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Ezze
Halbgott mit Bolter




Dabei seit: 16 Apr, 2016
Beiträge: 1273

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Dann bring es als Taschenbuch raus Augenzwinkern

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Dead Man’s Hand - Warhammer 40K - Bushido - Kill Team - Shadespire

17 Dec, 2018 01:28 55 Ezze ist online Email an Ezze senden Beiträge von Ezze suchen Nehmen Sie Ezze in Ihre Freundesliste auf
Daniele
Imperator-Topper




Dabei seit: 09 Mar, 2018
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Bock hätte ich. Dafür müsste ich aber ALLES nochmal komplett überarbeiten und auch anders schreiben, damit es a) nicht mehr Warhammer wäre, wegen Lizenzrechten und so und b) auch alles so beschrieben wird, dass Nicht-Hobbyisten verstehen oder sich vorstellen können, worum es geht. An den meisten Stellen habe ich damals ja bewusst darauf verzichtet genau das zu tun, weil es forenintern war und alle Leser Warhammerspieler, die mit Begriffen wie "Mutalith-Wandelsbestie" direkt ein Bild im Kopf hatten. Würde ich ein Buch daraus machen, müsste ich dieses abgefahrene Vieh so beschreiben, dass ein normaler Leser, danach weiß was es ist... Das bläht den Text dann wieder riesig auf.

Und soooo geil ist mein Schreibstil auch nicht, dass man das vermarkten könnte.

Ich brauche aber definitiv Gegner, um die "Kampagne" zu Ende zu bringen und die entsprechenden fehlenden Ereignisse zu erarbeiten.

Schließlich ist in der Story alles tatsächlich gespielt worden, was an Schlachten drin vorkommt. Die Geschichtsteile, die nicht Kampfberichte sind, waren eigentlich nur dazu da, die Lücken zwischen den Schlachten zu schließen.
Und auf einmal, war es halt sehr viel ^^

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17 Dec, 2018 10:50 57 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
Daniele
Imperator-Topper




Dabei seit: 09 Mar, 2018
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Wiedergeburt

Die Nacht war jung und klar. Der erste Mond ging gerade erst hinter dem Grauen Gebirge auf und es war keine einzige Wolke am Himmel.
Isabeau rannte. Ihre Schritte mit der unerschöpflichen Kraft und Ausdauer des Vampirismus erfüllt. Sie wusste nicht wohin sie sollte, also rannte sie einfach weg vom Höhleneingang. Als sie herauskam hatte sie gesehen, dass die Zwerge in der Unteren Kammer eine verlorene Schlacht kämpften, die Grünhäute ergossen sich vom Eingang bis ins Tal. Ihre Zahl schien endlos und sie drängten einfach nur immer weiter in den Berg.

Was aus Goda und den Zwergen im Innern würde, kümmerte sie nicht, aber was mit der Zwergin in ihren Armen geschehen sollte war alles woran sie denken konnte. Sie stirbt. Der Tod breitet sich von ihrem Bein durch ihren ganzen Körper aus. Was soll ich tun? Was kann ich tun?

Eigentlich gibt es nur eins was ich tun kann. Aber das wird sie auch töten… in gewisser Weise.

Als sie etwa eine halbe Stunde pausenlos nach Süden über die Berghänge und Zerklüfteten Felsen gerannt war, ging Gwyddis‘ Atem bereits nur noch flach und stoßweise. Der Körper der Zwergin glühte vom Fieber und ihr Bein sah fürchterlich aus.

Sie fand eine weitere Höhle am Fuß des Berges, wo er in die umgebenden Wälder überging und brachte die Slayerin hinein. Die Höhle war tief genug, um vor der Sonne ausreichend Schutz zu bieten. Sie setzte ihre Gefährtin mit dem Rücken zur Wand ab, nahm ihr Gesicht zwischen beide Hände und sprach sie an:
„Gwyddis?“

Die Slayerin reagierte nicht. Ihr Atem kam rasselnd und angestrengt.
„Hey, hörst du mich?“

Keine Antwort.
Sie wird mich hassen, dachte Isabeau. Aber anders kann ich ihr nicht helfen.

Sie setzte sich neben die Slayerin und zog diese dann auf ihren Schoß. Schwer lag die Zwergin auf ihrer Brust, der Kopf zur Seite gesunken, die Haut voller Blut, Schweiß und Schmutz.

„Verzeih mir“, wisperte sie in ihr Ohr, ohne zu wissen ob die Worte gehört wurden. Dann legte sie ihre Arme fest um den Oberkörper ihrer Freundin und küsste ihren Hals. Die Halsschlagader stand deutlich gegen die Haut ab. Dann öffnete sie den Mund soweit sie konnte und trieb ihre Fangzähne in die große, breite Ader und begann damit das Blut der geliebten Zwergin auszusaugen.

Eine Hand hatte sie auf der linken Brust der Zwergin liegen, wo sie ihren Herzschlag spüren konnte und mit jedem Schluck, den sie trank, wurde er schwächer. Ohne das Bewusstsein wieder zu erlangen wurden die Atemzüge der Zwergin immer krampfhafter, ihr Körper sträubte sich gegen das was ihm bevorstand. Gegen den Tod. Die Krämpfe wurden heftiger, die Atmung schnappender bis sich die Zwergin nur noch ein letztes Mal aufbäumte, so stark, dass Isabeau sie fast nicht halten konnte.

Dann lag sie ganz still. Das Herz versuchte noch ein paar Mal Blut durch die Adern zu pumpen, doch es war nichts mehr da. Der kleine Körper war blass wie eine Leinwand, ihre Lippen blau. Isabeau wusste was sie nun tun musste, doch trotzdem konnte sie den Tod der Slayerin nicht ertragen und weinte. Ihr Körper wurde von heftigem Schluchzen geschüttelt und sie konnte nichts dagegen tun.

Warum weine ich? Ich bin tot, ich habe seit Jahrhunderten nicht geweint und ich wusste was ich tue. Was ich noch tun muss! Ihre Gedanken änderten nichts, ihre Seele klagte und ihr Körper spiegelte dies nach außen wieder.

Doch sie zwang sich zur Ruhe. Es dauerte einige Minuten bis sie sich genug gesammelt hatte, dann legte sie die Slayerin auf den Rücken und nahm den Parierdolch zur Hand. Mit der Spitze ritzte sie die Haut ihres Zeigefingers an und begann dann schnell damit magische Runen und Symbole auf den Körper der Zwergin zu zeichnen. Als sie damit fertig war, schnitt sie das tote Fleisch aus dem Bein. Die Wunde war dadurch so groß, dass sie fast die Hälfte des Oberschenkels entfernen musste.
Zuletzt hob sie Gwyddis‘ Kopf an und schnitt sich selbst den Unterarm auf, so dass das Blut der Zwergin, vermischt mit ihrem eigenen in den Mund ihrer Freundin floss. Sie massierte mit der anderen Hand den Hals, damit das Blut in den Körper eindringen konnte. Dann verschloss sie die Wunde mit einer Willensanstrengung und legte die Slayerin sanft wieder auf den Boden.
Sie erhob sich und begann die Anrufung, welche sie die Meisterin gelehrt hatte…

Bei Bugmanns haarigen… mein Schädel! Sie hatte Kopfschmerzen, als hätte sie eine ganze Woche durchgezecht und sich dabei ausschließlich von Bugmanns XXXXX ernährt… Sie konnte kaum die Augen öffnen, es war zu hell! Sie bemerkte zwar, dass sie in einer Höhle auf dem Boden lag und das Licht von irgendwo zu ihrer rechten kam, aber sie konnte die Augen nicht öffnen, es schmerzte schlimmer als alles was sie je erlebt hatte.

Sie versuchte die Hand zu bewegen um ihre Augen ab zu schirmen, aber sie hatte nicht die Kraft dazu.

„Bist du wach?“ Es war Isas Stimme und sie kam von irgendwo links von ihr.

Sie wollte ihr antworten, aber sie konnte nur etwas krächzen was ziemlich entfernt an ein „ja“ erinnerte.

„Du musst noch ruhen, es ist noch zu früh für dich und du bist noch zu geschwächt.“

Geschwächt? Wovon? Dann erinnerte sie sich an die Schlacht in den Tunneln und die Verletzung an dem warpsteinverseuchten Brunnen! Mein Bein, was ist mit meinem Bein?

Der Schock verlieh ihr Kraft genug sich ruckhaft aufzusetzen und die Augen aufzureißen. Der Schmerz war jedoch so groß, dass sie nach einem Moment wieder das Bewusstsein verlor. Doch was sie in diesem Moment sah, war ihr verletztes Bein, die Hose knapp unter dem Schritt abgerissen und so viel Fleisch davon abgeschabt, dass der Knochen sichtbar war. Hätte der Schmerz sie nicht in einen Traumlosen Schlaf geschickt, hätte ihr der Anblick sicher noch für Wochen Alpträume beschert.

Dann war wieder Finsternis und sie wusste nichts.
Als sie das nächste Mal erwachte, war es tiefe Nacht. Sie hörte die Insekten vor der Höhle und konnte die Augen öffnen ohne dass es schmerzte. Sie konnte die Höhlendecke sehen, als wäre es heller Tag, aber da waren keine Schatten, denn es gab keine Lichtquelle. Im Dunkeln sehen zu können war für die Zwergin nichts ungewöhnliches, aber es war anders als sonst. Intensiver? Langsam erinnerte sie sich wieder. Die Schlacht, die Wunde, ihr letztes Erwachen. Hatte sie das wirklich gesehen? Ihr Bein wie aufgefressen? Sie traute sich kaum den Kopf zu heben, um selbst nach zu schauen. Also starrte sie weiter an die Decke. Sie hatte Durst und fühlte sich elend. Wie lange lag sie schon hier? Wo war Isabeau? Sie ließ den Kopf nach links und rechts rollen und sah sich in der Höhle um, doch sie war allein. Ihre Axt lehnte ein paar Schritt außerhalb ihrer Reichweite an der Wand. Sie betastete ihren trockenen Mund mit der Zunge. Ihr Zahnfleisch fühlte sich geschwollen an und pochte. Zusammen mit ihren Kopfschmerzen war es nahezu unerträglich. Sie ließ ihre Zunge über ihre Zähne streichen. Oder wollte es, aber sie blieb am linken Eckzahn hängen… Was zum…? Auch der rechte Eckzahn kam ihr viel zu groß vor. Das muss am Fieber liegen, dachte sie sich. Was stimmt noch alles nicht mit mir? Sie stemmte sich auf die Ellenbogen hoch und zwang sich ihr Bein an zu schauen. Die Hose war genauso zerfetzt wie sie es im „Traum“ gesehen hatte, doch das Bein selbst war unversehrt. Nicht einmal die Wunde, wo sie der Warpstein geschnitten hatte war zu sehen, aber war ihre Haut immer schon so hell gewesen? Moment! Haut? Das Bein war tätowiert gewesen, doch die Tätowierung waren nicht mehr da! Unter Schmerzen richtete sie sich in eine sitzende Haltung auf. Da! Am Unterschenkel und auf ihren Armen waren die Zeichen noch da, aber knapp über dem Knie hörten sie abrupt auf! Was geht hier vor? Sie hörte etwas vom Eingang und als sie sich umsah, stand dort Isabeau. Sie hatte einen prall gefüllten Trinkschlauch in der linken Hand und einen weiteren umgehängt.

„Du bist wach! Hast du Schmerzen? Geht es dir… gut?“ Sie kam näher und kniete sich neben die Slayerin.

„Ich bin nicht sicher. Also mir tut ALLES weh, wenn du es genau wissen willst. Ich habe einen abartigen Geschmack im Mund, als wäre etwas in meinem Rachen gestorben und irgendwelche merkwürdigen Sachen sind mit meinem Körper passiert als ich ohnmächtig war!“

Isabeau sah kein bisschen schockiert aus. Sie streichelte der Zwergin über die Wange.

„Trink das und versuch nicht über den Geschmack nach zu denken. Du hast… viel Blut verloren.“

Gwyddis sah sie misstrauisch an.
„Hast du dich etwa heimlich an mir bedient?“

„Nicht so ganz. Ich konnte dich nicht um Erlaubnis bitten, du lagst im Sterben.“

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17 Dec, 2018 12:30 30 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
Daniele
Imperator-Topper




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„Mich haut so schnell nichts aus den Latschen. Wie lange sind wir schon hier?“ sie nahm den Schlauch entgegen und da ihr Durst so groß war, setzte sie ihn ohne Zögern an die Lippen und trank gierig einige Schlucke. Es schmeckte metallisch. Aber es schien genau das zu sein, wonach ihr Körper verlangte, die Kopfschmerzen wurden mit jedem Schluck den sie nahm weniger und auch das pochen in ihrem Zahnfleisch wurde erträglicher, ging aber noch nicht weg.

„Was ist da drin? Es schmeckt komisch, aber vertraut. Aber ich komm nicht drauf!“

„Das ist Blut, Gwyddis. Das Blut von Menschen, die hier in der Nähe herum gewandert sind. Das einzige, was du bis zum Ende aller Tage zu dir nehmen kannst.“

„Ha ha.“ Gwyddis erwartete das Isabeau gleich grinsen und „Ätsch!“ sagen würde. Doch sie tat es nicht. Gwyddis roch an der Öffnung des Trinkschlauchs und ließ ein wenig in ihre Handfläche laufen. Es war karmesinrot, es schmeckte metallisch und es roch nach Tod. Blut. Erschrocken ließ die Slayerin den Beutel fallen. Sie öffnete den Mund und betastete ihre Zähne. Sie sind wirklich größer und spitzer und… schärfer.

„Was ist passiert? Was hast du mit mir gemacht?“

Isabeaus Augen konnten den Schmerz nicht verbergen, den ihr der Anblick ihrer Freundin bereitete.

„Ich wusste nichts anderes wie ich dich hätte retten können. Du wärest in meinen Armen gestorben. Die Warpsteinvergiftung… Verzeih mir.“

Isabeau nahm die Hand der Slayerin in ihre beiden Hände, ihre Augen füllten sich mit Tränen und sie begann zu weinen.

Gwyddis war schockiert. Sie wusste nicht wie sie reagieren sollte. Sie hob mit der freien Hand den Trinkschlauch wieder auf bevor sein gesamter Inhalt auf dem Höhlenboden versickerte und nahm testweise noch einen Schluck. Kein guter Ersatz für Bier. Aber ihr Körper schrie förmlich danach. Sie leerte den Schlauch und wischte sich den Mund mit dem Handrücken ab. Isabeau weinte immer noch leise neben ihr. Sie hat mich gerettet. Auf die einzige Art, die ihr zur Verfügung stand.

„Isa?“

Isabeau schniefte, wischte sich die Tränen aus den Augen und schaute sie an.

„Weißt du noch, dass du versprochen hast mir die Möpse zu massieren wenn wir entkommen sind?“

Isabeau nickte, mit einem ziemlich irritierten Gesichtsausdruck. Du siehst gerade aus wie ich mich fühle, Süße.

„Ich denke, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt damit an zu fangen.“

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17 Dec, 2018 12:31 13 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
Daniele
Imperator-Topper




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Wiedersehen

Isabeau stand im Eingang der kleinen Höhle und beobachtete den Waldrand und die Umgebenden Felsen. Sie waren nun die dritte Nacht hier. Gwyddis hatte zu ihrer Überraschung erstaunlich gut verkraftet, dass sie nun eine Untote war und wohl nie mehr zu ihrem Volk zurückkehren konnte.

„Weißt du, als Slayer ist man ohnehin von allen anderen Zwergen abgeschieden. Zu meinem Volk kann ich nur als Leiche ehrenhaft zurückkehren… und wenn man es so sieht, kann ich das jetzt eher als vorher!“

Die Zwergin hatte danach ihr kehliges, derbes Lachen gelacht, als wäre nichts gewesen. Ihre erste Sorge war gewesen, wie sich ihre Körperfunktionen verändert hätten, also hatten sie dies ein paar Stunden lang intensiv ausgetestet und die kleine Höhle mit sehr interessanten Geräuschen gefüllt.

Wie kann man nur so sexbesessen sein? Aber alle „Tests“ waren zu Gwyddis äußerster Zufriedenheit verlaufen, besonders die beträchtlich gesteigerte Ausdauer, die man als Vampir genoss.

Doch nun ruhte sie wieder. Sie war noch sehr geschwächt und hatte noch nicht viel Blut zu trinken bekommen. Das würden sie bald ändern müssen. Sie brauchte noch sehr regelmäßig Nachschub. Der Durst war ein grauenvoller Fluch am Vampirdasein und bis Gwyddis die seelische Kraft haben würde ihm über längere Zeit zu widerstehen, würde es noch Jahre dauern.

Doch Isabeau musste nun den weiteren Verlauf ihrer Reise planen. Sie musste die Meisterin finden, sofern sie noch existierte. Als Isabeau erwacht war, war sie allein auf dem Schlachtfeld gewesen und zu geschwächt um nach Spuren des Verbleibs ihrer Meisterin zu suchen.
Die Meisterin hätte mich aber nicht zurückgelassen, oder? Etwas muss ihr zugestoßen sein. Aber sie hatte niemals jemanden oder etwas gesehen, dass die Meisterin hätte in eine Lage drängen können die ihr Leben bedroht… Jedenfalls war ihr ursprüngliches Reiseziel Marienburg gewesen. Dorthin müsste sie nun zurückkehren um weiteres in Erfahrung zu bringen.

Auf der Suche nach Blut für sich und Gwyddis hatte sie die Umgebung soweit wie es sicher war abgesucht und konnte mit relativer Sicherheit sagen, dass sie sich etwa 10 Meilen nördlich des Axtschartenpasses befanden. Als sie die Bergwand erklommen hatte, konnte sie sehen, dass beim Pass irgendetwas vor sich gegangen war. Die Burg am Eingang des Passes wurde wohl belagert.

Ich sollte einen anderen Weg für uns finden.
Aber weiter nördlich war das Grünhautheer in den Berg vorgedrungen und die Reste der Zwerge waren unterwegs nach Hause, sofern sie entkommen waren. Am einfachsten wäre der Seeweg, aber für einen frischen Vampir wie Gwyddis war das fließende Gewässer eine unangenehme Sache und Heimlichkeit war jetzt oberstes Gebot, wenn sie alleine weiterreisen wollten.

Morgen Nacht sollten wir los. Bis dahin wird sie kräftig genug sein. Isabeau hatte ein kleines Bauerngehöft gefunden. Die Familie dort war ihr zum Opfer gefallen und sie hatte alle Trinkschläuche und Flaschen, die sie ihm Haus gefunden hatte benutzt um das Blut der Menschen und der größeren Tiere aufzufangen. Sie hatte auf dem Rückweg sogar noch einige Kräuter im Wald gefunden, die die Gerinnung verlangsamen würden, so dass sie einigen Proviant für die Reise nach Marienburg hatten. Es wird nicht reichen, aber damit haben wir genug Vorrat, falls wir kein frisches Blut auftreiben können. Gwyddis hatte sich recht schnell daran gewöhnt das Blut aus den Flaschen zu trinken, als wäre es Wasser. Isabeau bewunderte die Zwergin. Sie selbst hatte Monate gebraucht zu akzeptieren was sie geworden war. Zwar hatte sie die Wahl gehabt in Mousillon zu sterben, aber dennoch war ihre Verwandlung sehr schwierig für sie gewesen.

Als sich der Himmel violett zu verfärben begann begab sich Isabeau zum Schutz vor der Sonne in den tieferen Bereich der Höhle, wo die Slayerin schlief. Sie erinnerte sich daran, dass sie nach der Schlacht von Sonnenstrahlen in ihrem Gesicht geweckt worden war und nicht verbrannt war, hatte aber noch nicht den Mut aufgebracht sich bewusst der Sonne auszusetzen. Es reizte sie, aber sie hatte auch große Angst davor. Was auch immer nach der Schlacht mit ihr passiert war, vieles passte nicht zu dem, was sie in ihrer Existenz als Vampir erlebt hatte. Etwas hatte sie verändert und sie musste herausfinden welcher Art diese Veränderung war. Die Vorstellung wieder unter der Sonne wandeln zu können, erschien ihr wie ein Traum. Es war etwas, das Vampiren genauso unmöglich war, wie den Menschen das Fliegen.
Was würde die Meisterin sagen? Auf jeden Fall würde sie antworten haben, da war Isabeau sich sicher. Auf ihr Gesicht, wenn sie Gwyddis sieht, bin ich mal gespannt, dachte Isabeau und musste grinsen.
Als die Abenddämmerung einsetzte, weckte sie die Slayerin mit einem Kuss in den Nacken auf.

„Wir sollten langsam von hier verschwinden. Wie fühlst du dich?“

„Ich denke, wir könnten es probieren. Wirklich sicher kann man nie sein, bis man es versucht hat.“ Die Zwergin stand auf und streckte sich. Nach dem langen Liegen ließ sie erstmal sämtliche Gelenke ordentlich knacken. Dann griff sie ihre Axt und vollführte einige Schwünge.

„Du wirst eine neue Waffe brauchen, denke ich. Gewöhnliche Waffen halten der Kraft eines Vampirs nicht lange stand“, erklärte Isabeau, doch die Zwergin grinste sie nur an.

„Also wenn du eine Zwergenaxt für eine gewöhnliche Waffe hälst, meine Liebe, dann hast du von Waffen einfach keine Ahnung!“ Sie lachte laut.

„Oder hast du dich mit den Klingen, die dir Vargil gemacht hat gegen die Trolle zurückhalten müssen?“

Isabeau betrachtete das Schwert, das der Zwerg „mal eben“ aus einer alten Axt geschmiedet hatte, in einer Höhle ohne richtige Schmiede. Sie hatte recht. Das war die beste Waffe, die Isabeau je geführt hatte und das, obwohl es nur ein Notbehelf aus Sicht des Zwergenschmieds gewesen war.

„Aber die Axt kommt mir jetzt viel zu leicht vor. Ich muss mir etwas mit mehr Wucht besorgen, sobald wir Gelegenheit dazu haben.“
Sie teilten die Trinkschläuche und Flaschen so gut sie konnten zwischen ihnen auf und machten sich auf den Weg, als die Nacht hereingebrochen war. Doch da war immer noch das Problem, welchen Weg sie nehmen sollten. Mit der Belagerung am Axtschartenpass wäre es vielleicht möglich ungesehen an der Festung vorbei zu kommen und sich dann zu zweit ins Imperium durchzuschlagen.

Sie kletterten erst höher am Berghang hinauf, um sich einen Überblick zu verschaffen. Von der Spitze konnten sie aber sehen, dass die Belagerung wohl im Laufe des Tages ein Ende gefunden hatte, denn die Burg war gefallen. Der Wall am Nordende war eingebrochen und es gab überall kleinere Feuer im Umkreis. Doch die Schlacht schien weiter zu toben, denn sie konnte in der Ferne einen Leuchtpunkt ausmachen, der sich schnell bewegte. Was konnte das sein?

„Wir sollten uns das ansehen. Der Pass ist ohnehin für uns die beste Route um ins Imperium zurück zu kommen und was immer da gerade passiert, kann für uns gut oder schlecht sein.“

Die Slayerin stimmte ihr zu und sie machten sich an den Abstieg. Dann folgten sie dem Waldrand nach Süden und mit der Zeit wurde immer klarer, dass eine große Schlacht im Gange sein musste. Sie beschleunigten ihre Schritte und kamen letztlich in Sichtweite der Burg.
Und was sie sahen, war eine Schlacht im Feld zwischen einer Armee von Untoten und einer großen Ogerstreitmacht.

Gwyddis deutete auf die Skeletthorden und fragte dann „Verwandte?“
Isabeau legte die Stirn in Falten und versuchte einen Anhaltspunkt darauf zu finden, wer dort kämpfte. Dann sah sie wie ein riesiges Steinyak aus einer Baumreihe brach und direkte eine schwarze Kutsche zerschmetterte, sein Momentum brachte die Kreatur gefährlich nah an ihr Versteck heran, doch dann drehte es den Kopf und wuchtete seinen Körper wieder zur Schlacht zurück.

Eine weitere Kreatur solcher Größe war dabei am anderen Ende des Schlachtfeldes in die Reihen der Skelettkrieger zu schmettern, doch dann sah sie wieder den fliegenden Feuerball auftauchen und es war ein Krieger auf einem scheibenförmigen, klingenbewehrten Ding, dessen Körper hell und lodernd brannte. Der Krieger stürzte sich aus der Luft auf die Kreatur und verschwand dann wieder aus ihrer Sicht.

„Tzaantras!“, rief Isabeau erregt! „Gwyddis, das war Tzaantras, der Gefährte meiner Meisterin! Sie muss dieses Heer anführen. Wir müssen sofort zu ihr!“

„Ein einfaches ‚ja‘ hätte es auch getan“ grinste die Slayerin und sie machten sich auf den Weg, die kämpfenden Armeen zu umrunden und im Rücken der Vampirarmee aufzutauchen. Während sie über das Feld hetzten sahen sie wie das Donnerhorn von innen heraus in Flammen aufging und kurz darauf das Steinyak in einer riesigen Blutfontäne zusammenbrach. Doch die Untoten hatten ebenfalls schwere Verluste erlitten, überall lagen zersplitterte Knochen und abgebrochene Waffen, wie ein grotesker Teppich über die Ebene verstreut. Dann brüllte eine donnernde, tiefe Ogerstimme etwas in deren merkwürdiger Sprache und das Ogerheer zog sich zur Burg zurück. In der Ferne konnte Isabeau weitere Silhouetten gegen den Feuerschein ausmachen, es rückte wohl Verstärkung an. Doch ein Blick zu ihrer linken zeigte ihr, dass auch die Untoten noch Reserven hatten und diese ebenfalls im Anmarsch waren.

Sie blieben natürlich nicht unentdeckt. Die übrigen Skelettkrieger kamen auf sie zu und schlossen sie in einem Kreis auf Speeren und Klingen ein.

„Wer schleicht sich da an?“, fragte eine verführerische Frauenstimme. Aus dem Kreis der Untoten trat eine große, schlanke, rothaarige Gestalt, über und über mit Blut bespritzt in einer reich verzierten und figurbetonten Rüstung. Ihre Augen waren erfüllt mit einem fahlen Licht.

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23 Dec, 2018 19:06 03 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
Daniele
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„Meisterin!“ rief Isabeau und lief auf sie zu. Eine Armlänge bevor sie sie erreichen konnte, schnellte der rechte Arm der Meisterin nach oben und der spitze Nagel ihres ausgestreckten Zeigefingers deutete direkt zwischen Isabeaus Augen. Isabeau war abrupt stehen geblieben, als wäre sie am Boden angewachsen, sonst hätte sich der Finger wohl schmerzhaft in ihr Gesicht gebohrt.

„Kind, du vergisst dich!“ Die Stimme der Meisterin war ermahnend und herrisch.

Isabeau blickte sie einen Augenblick verdutzt an, doch als sie den Mund öffnete um etwas zu erwidern zog sie die Meisterin blitzschnell in ihre Arme und hielt sie fest, eine Hand auf ihrem Rücken, die andere fasste sanft hinter ihren Kopf. Und das verdutzte Isabeau noch mehr!
Als die Meisterin sie los ließ schaute sie streng und prüfend und musterte sie von Kopf bis Fuß.

„Ich bin wieder da“, brachte Isabeau zaghaft hervor, konnte ihrer Herrin aber nicht ins Gesicht sehen.

„Bist du es wirklich? Du wirkst… anders. Warum konnte ich dich nicht spüren? Seit der Schlacht im Wald glaubte ich du wärest vernichtet worden! WO warst du so lange und WAS hast du da mitgebracht?“
Gwyddis trat an Isabeaus Seite und musterte ihrerseits die Meisterin mit einem kritischen Blick.

„Ja ich bin es wirklich. Was mit mir passiert ist, weiß ich nicht. Ich glaube, ich bin gestorben… und es war grauenhaft! Aber etwas hat mich zurückgeholt, was weiß ich aber auch nicht genau.“ Isabeau hatte die letzten Tage viel Zeit damit verbracht, sich ihre Begegnung mit der Meisterin auszumalen, aber nun da sie wieder vor ihr stand in ihrer ganzen majestätischen Pracht, war sie so eingeschüchtert, dass sie nicht wusste was sie sagen sollte. Dann deutete sie auf die Slayerin.

„Das ist Gwyddis. Eine Zwergin, die mir mit ihrem Blut das Leben gerettet hat und… eine von uns.“

Gwyddis grinste und zeigte ihre scharfen, weißen Fangzähne. Dann streckte sie die Hand aus und sagte freundlich

„Freut mich!“

Die Meisterin betrachtete sie argwöhnisch. Ihre Augen bohrten sich in die Zwergin und ihre Stirn war in tiefe Falten gelegt.

„Was genau du bist, müssen wir später ermitteln“, sagte sie schließlich zu der Slayerin „Wir sind hier mitten in einer Schlacht und die Oger sind wieder auf dem Vormarsch. Macht euch nützlich!“ Sie drehte sich um und begab sich zurück zum Heer. Dann kam Tzaantras auf seinem Flugdämon herbei gerast und landete neben der Meisterin. Er entdeckte Isabeau und nickte ihr zu, als er sie erkannte, dann sprach er mit der Meisterin.

„Also dich hat sie schon mal wärmer willkommen geheißen als mich, Süße. Komm lass uns Oger abschlachten, ich habe seit Tagen nichts mehr umgebracht!“ Die Zwergin packte Isabeau am Gürtel und zerrte sie hinter sich her auf die Schlachtreihe der Untoten zu.

„Wo stellen wir uns denn bei diesen Jungs am besten dazu?“ Fragte sie und deutete mit dem Daumen auf die aufmarschierten Skelette und Verfluchten um sie herum.

Doch die Antwort bekam sie nicht von Isabeau, sondern von der Meisterin persönlich:
„Ihr beide kommt mit mir. Wir führen die Verfluchten an. Diese Oger sind zäher Abschaum und die letzte Welle hat uns schlimme Verluste beschert. Diesmal müssen sie brechen oder ich fürchte wir kommen in diesem Jahr nicht mehr nach Marienburg.“

Also machten sie sich bereit für die zweite Schlacht am Axtschartenpass. Die Oger, ihrer größeren Bestien und ihrer Kavallerie beraubt hatten sich in mehreren Trupps aufgeteilt. Die große Eisenwansthorde des Tyrannen hatte sich ebenfalls in kleinere Scharen verteil und ihre Anführer führten nun jeweils kleine Trupps an.
Isabeau blickte sich auf dem Schlachtfeld um. Das Gelände war bereits felsig und nur vereinzelt von kleinen Baumgruppen bevölkert, zu ihrer Linken erhob sich das Graue Gebirge und der Zugang zum Pass, an dessen Fuß die Ruine der Burg noch immer rauchte.

Das Heer der Oger hatte sich breit vor ihnen aufgestellt. Die linke Flanke stellten einer große Säbelzahnkatze, eine Gruppe Gnoblars und eine größeren Einheit Ogerbullen mit Waffen, die an kurze Kanonen, die mit allem möglichen Schrott gefüllt waren, erinnerten. Die Bleispucker wurden dabei von einem Ogermagus angeführt, der eine Maske trug und beständig mit Flammen herumspielte. Das Zentrum der Oger bestand aus zwei großen Ogereinheiten, mit einer zahllosen Flut von Gnoblars in ihrer Mitte. Die Meisterin deutete auf einen hühnenhaften Krieger im Zentrum der linken Ogergruppe und erklärte ihnen, dass dies der Anführer sei. Man sieht es ihm an, dachte Isabeau. Der Oger bestand noch mehr als jeder andere Vertreter seines Volkes aus Muskeln und Sehnen, seine Waffe war mindestens 3 Fuß länger als Isabeau selbst und auf seiner Schulter prangte der Kopf einer Kreatur, die groß genug gewesen sein musste um alleine die Last einer Hütte samt Inventar und Einwohnern tragen zu können!

„Rhinoxschubsa nennt er sich und der Schädel stammt wohl von einer solchen Kreatur. Er ist sehr gefährlich!“ die Augen der Meisterin funkelten hasserfüllt als sie ihn betrachtete. Irgendetwas musste in der vorangegangenen Schlacht geschehen sein, dachte Isabeau
Die rechte Flanke wurde von zwei Ogereinheiten mit riesigen Zweihandwaffen und einer weiteren Säbelzahnkatze gehalten. Die größere Einheit, die näher am Zentrum stand wurde gleich von zwei auffälligen Individuen begleitet. Einer trug eine überdimensionierte Standarte, deren Tuch auch als Segel für ein kleines Schiff hätte dienen können, der andere musste einer der berüchtigten Fleischer sein, denn er sah aus wie ein Metzger und hatte einen blutverschmierten Kittel an.
Dann blickte Isabeau über die Truppen der Meisterin. Das Regiment der Verfluchten, dem sie und Gwyddis angeschlossen waren, wurde von zwei großen Horden von Skelettkriegern flankiert. Zu ihrer Rechten trieb sich ein Rudel Todeswölfe herum, sowie eine neue schwarze Kutsche. Sie fragte sich wessen Kadaver wohl darin lag. Tzaantras würde den Vorstoß auf dieser Flanke anführen und schwebte auf seinem Flugdämonen im Schutz eines Waldstückes hinter dem Rest der Streitmacht herum. Direkt hinter den Verfluchten hörte Isabeau das Rasseln von Ketten. Als sie sich umdrehte bemerkte sie, dass sich einige Sensenreiter dort formiert hatten, Höllenfeuer brannte unter ihren Kutten und schien durch ihre Augenhöhlen aus den skelettierten Schädeln.

Auf der linken Flanke hatten sich lediglich einige weitere Todeswölfe zusammengerottet. Ist das etwa schon alles? Damit sollen wir diese Oger schlagen?

Als wolle es ihre Befürchtungen bestätigen, ertönte ein dröhnendes Brüllen aus den hinteren Rängen der Ogerhorde. Dann schob sich ein weiterer hühnenhafter Schatten ins Sichtfeld, als eine gehörnte Kreatur mit dichtem, zotteligem Fell eine irrsinnig Große Kanone auf das Schlachtfeld schleppte.

„Das ist dann wohl so ein Rhinox“, meinte Gwyddis und deutete mit dem Axtkopf auf die Kreatur.
Die Meisterin schien unbeeindruckt, wie immer.

„Ich habe wirklich genug von diesem Land gesehen, um für die nächsten fünfzig Jahre bedient zu sein. Bringen wir es hinter uns und schlagen uns den Weg durch ihre Fratzen frei. Vorwärts!“

Auf die Worte der Meisterin hin setzte sich das Heer der Untoten in Bewegung. Tzaantras, die schwarze Kutsche und das Wolfsrudel vorne weg. Die Sensenreiter verloren keine Zeit und stürmten gleich durch die Verfluchten hindurch und positionierten sich auf dem Hügel vor ihnen. Die körperlose Berührung der gespenstischen Reiter ließ einen Kälteschauer durch ihren Körper fahren, obwohl die Kreaturen scheinbar brannten.

Die Oger verloren ebenfalls keine Zeit und rückten geschlossen gegen ihr Zentrum vor. Das Rhinox wuchtete die Kanone auf seinem Rücken gemäß den gebrüllten Befehlen eines Ogers herum, der sich hinter die Waffe geschnallt hatte und richtete den Lauf auf die heran rauschende Kutsche. Dann folgte ein ohrenbetäubender Knall und das Dach des Gefährts löste sich in einem Regen aus Holzsplittern in Luft auf. Doch die Kutsche fuhr unbeirrbar auf ihr Ziel zu.

Die Sensenreiter ritten los und verschwanden damit aus Isabeaus Sichtfeld. Durch ihre verborgene Position konnte sie nur versuchen die anderen Bestandteile der Armee zu erspüren, aber da sie nicht die Beschwörerin war, fiel es ihr schwer. Die Magie der Meisterin duldete weder Einmischung noch ließ sie sich in die Karten schauen. Doch das Brüllen der Oger und das Lichtspiel vielfarbiger Flammen am Nachthimmel deutete daraufhin, dass Tzaantras seine Magie zum Geschehen beisteuerte.

Dann tauchten nach und nach die geduckten Gestalten der Gnoblars auf dem Hügel auf und sie begannen mit allem möglichen Dreck und Tand auf sie zu werfen. Es war eher nervig, als gefährlich, aber sie konnte sehen, dass in Mitten des Ablenkenden Geschosshagels weitere Gnoblars damit begannen primitive, aber bösartige Fallen, wie Fußeisen und Schlingen auszulegen.

Das würde ihren Vormarsch über den Hügel sicher erschweren. Doch zu ihrer Überraschung gingen die großohrigen Grünhäute kurz darauf mit lautem Gekreisch zum Angriff über! Sie sprangen vom Hügel herunter in die Formation der Verfluchten und hackten mit Steinen und kleinen Messern auf die Gesichter der skelettierten Krieger, während sie krampfhaft versuchten nicht von deren erhobenen Schilden abgeschüttelt zu werden. Einer der Gnoblars schien besonders dreist zu sein. Er hatte ein fettes Hühnerbein im Mund und nutzte eine Blöße der Meisterin, als diese gerade dabei war ein paar seiner Artgenossen zu zerreißen, um unter ihren Rock zu schlüpfen.

Die Meisterin bemerkte es allerdings und alles was Isabeau sah, war wie sie ihr schlankes Bein hob und dann brutal auf den Boden stampfte. Als sie dann weiter durch die Welle der Gnoblars watete, lag der freche Wadenbeißer im Schmutz, ein rundes Loch in seiner Schläfe, das wohl vom Stiefelabsatz der Meisterin stammte.

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Das Handgemenge war sehr kurz und bald darauf standen sie in einem Haufen Kadaver.

In der Zwischenzeit waren allerdings die Eisenwänste mit dem riesigen Banner in die Skeletthorde zu ihrer Rechten geschmettert. Die ersten Skelette wurden dabei mehr unter der Walze aus Leibern zermalmt als erschlagen und auch sonst hatten sie den gepanzerten Ogern und ihren riesigen Waffen nichts entgegen zu setzen.

Die Meisterin wischte sich Hirnreste vom Stiefel und Befahl dann den Verfluchten mit einem stummen Befehl die Eisenwänste anzugreifen. Isabeau machte Gwyddis auf den neuen Feind aufmerksam, die aufgrund ihrer geringen Größe Probleme hatte zwischen den großen, gepanzerten Kriegern mit ihren weiten Gewändern irgendetwas zu erkennen.

Noch bevor sie die Oger erreicht hatten, waren diese mit dem Auslöschen der Skelette fertig und formierten sich neu, um dem Angriff der Untoten Verstärkungen zu begegnen. Kurz vor dem Zusammenstoß löste sich die Meisterin aus der Formation und schnellte auf den Fleischermeister zu. Dieser zog ein riesiges Schlachterbeil aus seinem Gurt und winkte sie mit einer fetten, fleischigen Pranke heran, die groß genug war um damit einen Menschen komplett zu umschließen.
Die Meisterin akzeptierte die Herausforderung zog im Laufen ihr Schwert, duckte sich unter dem Hieb des Riesen hinweg und schlug dann beidhändig von unten nach oben. Die Klinge schnitt dem Oger den Wanst bis unters Kinn auf und sein Kopf wurde von dem Aufprall der Klinge gegen seinen Kiefer brutal nach hinten gerissen. Doch zu Isabeaus Verwunderung tötete ihn das nicht. Stattdessen drehte er den Kopf wieder nach vorne, und schlug nun seinerseits mit lautem Brüllen nach der Meisterin! Sie wich jedem Hieb aus, und wo sie gestanden hatte, schlug der Oger tiefe Furchen in den felsigen Boden. Doch Isabeau hatte nun selbst genügend Ziele, die ihrer Aufmerksamkeit bedurften.

Sie glitt zwischen die Oger und drosch mit ihren beiden zwergischen Waffen nach links und rechts und wo auch immer sie hinzielte, drangen ihre Klingen zwischen Panzerplatten oder schnitten in Gelenke und weiches Fleisch. Gwyddis war weniger subtil, aber nicht weniger tödlich. Ihre Axt schmetterte mit ihrer neuen unheiligen Kraft durch die Waffen und Rüstungen der Oger und hinterließ nur blutige Klüfte im Fleisch. Die Verfluchten arbeiteten sich trotz der Gegenwehr der monströsen Krieger systematisch und eiskalt vorwärts und kein Oger, an dem sie vorbeikamen, überlebte die Begegnung. Still und tödlich gingen sie durch die Reihen der Oger und kamen erst zum Halten als sie den Standartenträger mit seinem Segeltuchbanner erreichten. Dieser Oger war aus anderem Holz geschnitzt und drängte die Soldaten der Meisterin Welle um Welle zurück.

„Gwyddis! Den da!“ Isabeau wartete nicht ab, ob die Slayerin den Hinweis gehört hatte und stürzte sich von rechts auf den Brecher. Doch der begegnete ihrem Angriff indem er ihren Schwertarm aus der Luft griff und sie dann mit seiner Wanstplatte wegrammte.

Der Schlag war so heftig, dass Isabeau mehrere Meter durch die Luft geschleudert wurde und dann hart zwischen den hinteren Rängen der Verfluchten auf den Boden schlug. Im Flug hatte sie aber noch aus dem Augenwinkel sehen können, wie die Meisterin den Fleischer ausweidete und dann noch bevor der leblose Leib des Ogers auf den Boden schlug schon auf den Brecher zustürmte.

Der Aufprall war heftig gewesen benommen lag sie auf dem Rücken und starrte nach oben. Sie wusste nicht wie lange sie so dort lag, doch sah sie wie eine wahre Blutfontäne unter der Armeestandarte der Oger emporstieg und das Banner nur Sekunden später aus ihrem Sichtbereich kippte. Die Meisterin musste den Brecher erledigt haben, dachte sie.

Die Krieger um sie herum änderten die Marschrichtung und stürmten den Hügel hinauf. Dann war Gwyddis bei ihr. Dickes Blut troff aus ihrem Mundwinkel und floss über ihre Haut, ihre Augen funkelten wie im Wahn, aber ihr Gesicht war besorgt.

„Keine Angst mir geht’s gut, ich bin nur etwas benommen.“ Beruhigte sie die Zwergin.

„So wie du weggeflogen bist ist es ein Wunder das dein Gesicht nicht Brei ist, Süße! Na komm lass uns noch ein bisschen in Ogerblut baden!“ Sie ergriff die Hand ihrer Freundin und ließ sich auf die Beine helfen, dann trotteten sie der Verfluchteneinheit hinterher.

Auf dem Hügel angekommen konnten sie sich endlich ein Bild des Schlachtverlaufes machen.

Die Oger waren im weitesten Sinne auf die Einheit des Tyrannen und die Bleispucker reduziert worden. Die Gnoblars waren tot oder geflohen, der Eisenspeier wurde von den Sensenreitern über das Schlachtfeld getrieben und die Eisenwänste waren tot. Doch die Verluste auf ihrer Seite waren ebenfalls schwer gewesen. Beide Skeletthorden waren vernichtet, die Todeswölfe konnte sie ebenfalls nirgends sehen und die schwarze Kutsche nur noch eine Ruine zwischen einigen Ogerleichen.
„Dieser Oger nervt! Es reicht, ich reiße ihm seinen verdammten Schädel von den Schultern!“ Der Zorn der Meisterin ließ ihre Augen blitzen und wutentbrannt Herausforderungen schreiend schritt sie den Hügel herunter.

Trotz des Lärms um ihn herum hörte der Tyrann wohl, ihre Stimme und hob den Kopf um zu schauen woher sie kam. Dann schob er seine Krieger aus dem Weg und stampfte auf die Meisterin zu.

Dieser dreckige Abschaum hatte lange genug gelebt. Den größten Teil der Nacht hatte sie damit verbracht seine Leute abzuschlachten und doch hatte er es geschafft ihrer Armee schreckliche Verluste bei zu bringen. Er hatte die schwarze Kutsche und darin die Überreste ihres Vaters zerstört, den Hexenthron und den Körper ihrer Mutter zerbrochen und letztlich sogar die Kutsche, in der sich die Komtesse hätte regenerieren sollen vernichtet. Sarah und Emelie schwebten über dem Schlachtfeld und klagten bitter, ob des Verlustes, doch Sophie kannte nur die unbändige Wut, die in ihr kochte.
Endlich stand sie vor ihm. Sie würde ihn filetieren…

„Thorgar Rhinoxschubsa, ich fordere dich zum Duell und egal welche Götter du anbetest, sie mögen deiner fetten, abartigen Seele gnädig sein, denn ich werde es nicht sein!“

Doch zu aller erstaunen trat ein Gnoblar in einer geckenhaften Nachahmung der Kleidung eines Dirigenten zwischen sie und den Oger. Die Grünhaut trug einen schwarzen Frack, zerrissene schwarze Hosen und ein dreckiges, wohl einstmals weißes Hemdchen darunter. Eine Hand lag auf seiner Brust, die andere hatte er hinter dem Rücken verschränkt und die riesige Nase so hoch erhoben wie er nur konnte.
Sophie konnte nicht anders als die komische Gestalt unverhohlen anzustarren. Dann räusperte sich der Gnoblar und begann mit quäkender Stimme zu sprechen:

„Hia vor euch steht Thorgar, Rhinoxschubsa un Thronquetscha! Un bei seina Ehrä wird a euer trauri‘es Antlitz von da Erdä feg’n!“
Dann verneigte sich der Gnoblar so tief, dass seine Nase auf den Boden stieß und stakste wieder davon.

Mittlerweile hatten die überlebenden Oger, die Reste der Vampirarmee, sowie Isabeau und ihre Zwergin einen großen Kreis um die beiden Kommandanten geschlossen.

Als der Gnoblar Zwischen den Zuschauern verschwunden war, richtete sie wieder den Blick auf den Giganten vor ihr. Der Oger musste an die zwölf Fuß groß sein, und etwa genauso breit. Aus der Nähe konnte sie sehen, dass sein breiter, nackter Oberkörper von unzähligen Narben in allen Größen und Formen übersät war. Sein feister Wanst wurde von einer großen Stahlplatte in Form eines Totenschädels mit stählernen Stoßzähnen geschützt, seine Arme von massiven, stählernen Armschienen. Auf seiner rechten Schulter prangte der Rhinoxschädel, auf der linken trug er eine Panzerung, an der weitere Trophäen seiner vergangenen Siege zur Schau gestellt waren. Hände, Zähne und Ohren fanden sich dort. Seine Arme waren dick wie Fässer und seine Muskeln prall und sehnig. Sein Kopf war bis auf einen Bart, der von der Nase an beiden Mundwinkel herunterlief und einen Zopf, völlig kahl und sein Kiefer so breit wie ihr Unterarm lang war, mit großen, dicken Hauern, die über seiner Oberlippe herausstanden.

Der Tyrann warf sein Schwert und seine Keule von sich und griff auf seinen Rücken, von wo er eine absurde Waffe zutage förderte, die Aussah wie ein übergroßer Vorschlaghammer, dessen vorderes Ende wie ein Axtblatt zugeschliffen war. Er griff sie mit einer Hand am unteren Ende und mit der anderen knapp unter dem Kopf und machte sich bereit sie einfach über den Haufen zu rennen.

„Oh es wird mir ein Fest sein dich für alles büßen zu lassen was du heute Nacht getan hast, Monster.“

„Hoo, hoo, hoo“, lachte der Tyrann mit einer Stimme, die Klang als käme sie aus einem tiefen Schacht. „Du riechst nach Tod und doch läufst und plapperst du, Winzling. Wer ist hier das Monster?“
Dann legte er den Kopf auf die Brust und stürmte frontal auf sie zu. Sophie rannte ihm furchtlos entgegen und als der Oger ausholte um seine Keule zu schwingen schlug sie mit aller Wucht zu.

Die Waffen krachten mit unmenschlicher Wucht aufeinander, der Lärm war ohrenbetäubend und das grölen und lachen der Oger um sie herum verstummte auf der Stelle. Noch nie hatte ein sterblicher ihren Schlag pariert und sie schaute wohl genauso überrascht wie der Oger vor ihr. Ihre Gesichter so nah beieinander, dass sie sich gegenseitig hätten beißen können. Der Keulenstiel des Ogers war sogar leicht nach innen gebogen, durch den Schlag der Meisterin. Doch konnte keiner von beiden den Druck des anderen überwinden, egal wie sehr sie sich anstrengten.

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23 Dec, 2018 19:07 26 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
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Die Muskeln an den Armen des Ogers schwollen noch weiter an und die Adern die darüber liefen waren dick wie Taue und mit einem Ruck konnte er seine Waffe frei reißen, doch dies entblößte seinen Oberkörper und blitzschnell tauchte sie unter seinem Hieb hinweg und schlug ihm ihr Schwert quer über die Brust. Dann stand sie hinter ihm und wo sie Augenblicke zuvor gestanden hatte war nun ein tiefer Krater im Boden, vom Hieb des Tyrannen.

Der Oger brüllte mehr aus Frust, als vor Schmerzen, denn trotz der Kraft mit der sie geschlagen hatte, war die Wunde nicht sehr tief. Wieder holte der Tyrann weit über seinen Kopf mit der Hammeraxt aus und wieder sprang sie auf seine Brust zu, doch diesmal riss er seinen rechten Fuß hoch und sie prallte hart dagegen. Kaum war sie auf den Boden geschlagen, musste sie sich mit aller Kraft wegstoßen, um nicht vom Abwärtshieb getroffen zu werden. Diesmal stieg sie auf den Stiel der Waffe und schlug ihrem Gegner die blanke Faust ins Gesicht, doch dieser drehte kaum den Kopf zur Seite. Stattdessen schnappte er mit seinem breiten Kiefer nach ihrer Hand und sie musste sich wieder von ihm lösen.

Auf diese Art tauschten sie unzählige Attacken und Manöver und egal wie oft, oder wie hart sie den Tyrannen auch traf, er wollte nicht fallen. Doch er konnte sie nicht treffen. Die Vampirin war zu schnell, zu agil und zu erfahren. Sie erahnte alle seine Attacken und wich ihnen aus.
Nach Stunden des auf einander Einprügelns brach schließlich die Waffe des Ogers. Ungläubig starrte der Tyrann auf die Reste seiner Waffe. Er atmete wie ein Blasebalg, sein Körper nass vom Schweiß und seinem eigenen Blut, das aus etlichen kleinen und großen Wunden tropfte.
Die Meisterin schien auch erschöpft zu sein und die Nacht würde auch nicht mehr lange andauern.

Da warf Thorgar Rhinoxschubsa seine unbrauchbare Waffe fort, das Kopfende hinterließ einen tiefen Abdruck wo es auf den Boden schlug. Keuchend schaute er auf seine leeren Fäuste und auf seine Gegnerin. Dann ließ er sich auf den Hosenboden fallen, legte die Arme auf die Knie und sprach:

„Du gewinnst.“ Ungläubig grölten die Oger aus der Menge heraus, doch der Tyrann blieb einfach keuchend sitzen.

Die Meisterin trat vor ihn und blickte dem sitzenden Oger, mit dem sie erst jetzt auf Augenhöhe war, ins Gesicht.

„Ich habe dir doch versprochen, dass du Büßen wirst…“ Sie hob das Schwert und holte zum letzten Schlag aus, da packte sie der Tyrann mit seiner riesigen Hand und zog sie an seine Brust.

Dies geschah so abrupt, dass Sophie ihr Schwert fallen ließ und sich nun im festen Griff des Rhinoxschubsas wiederfand. Doch der lachte nur dröhnend und laut, dass es ihr in den Ohren weh tat!

„Du gefällst mir Winzling! Komm wir heben einen.“ Dann stand der Tyrann auf und die Meisterin entwand sich seinem Griff. Als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte kochte sie vor Wut, holte aus und schlug dem Tyrannen die flache Hand ins Gesicht dass es von den Berghängen wiederhallte! Die Wucht war so groß und der Schlag so unerwartet, dass der Oger sich prompt wieder setzte und nach einer Weile wieder anfing laut zu lachen.

Zu ihrer Überraschung lachten die übrigen Oger genauso, drehte sich um und trotteten zu ihrem Lager zurück. Der Tyrann rappelte sich wieder auf und fasste sich mit der rechten Hand in den Mund, fummelte ein wenig herum und förderte dann einen abgebrochenen Zahn zu Tage. Er spuckte einen Batzen Blut in den Staub und drückte der Meisterin den Zahn in die Hand.

„Das haste dir verdient, hoo, hoo, hoo. Jetzt komm, wir haben Durst!“ Dann drehte er sich um und trottete seinen Leuten hintern.
Isabeau und Gwyddis waren herangekommen.

„Jedenfalls habt ihr gewonnen, Meisterin. Wollen wir das Angebot annehmen? Es wird bald hell und es wäre besser, wenn wir dann in der Burg wären als hier draußen.“

„Ja du hast recht, Mädchen. Heb mein Schwert auf und dann komm.“

Die Zwergin stand dabei und sah aus als wollte sie etwas sagen, aber Sophie war zu erschöpft, um sich mit ihr zu befassen. Das hat Zeit und zumindest war sie eine willkommene Verstärkung im Kampf gegen die Eisenwänste, dachte sie als sie den Ogern folgte. Die Reste ihrer Armee ließ sie in den Schatten der Burgmauern marschieren. Doch sie brauchte nicht laufen. Tzaantras streckte ihr seine gepanzerte Hand entgegen und hob sie dann zu sich auf den Rücken von Selthanzar und sie glitten in Richtung Burg davon.

Im Ogerlager war bereits Stimmung, die zurückgekehrten Krieger erzählten den anderen von ihren Heldentaten und immer wieder deutete jemand auf sie, als sie vorbeiging und die Umstehenden schauten ungläubig drein. Thorgar allerdings blieb nicht im Lager sondern marschierte direkt zur Burg hinauf, die drei Vampirinnen und Tzaantras folgten ihm.

Im Inneren betraten sie die große Halle der Burg, auch hier waren wie überall deutliche Kampfspuren allgegenwärtig, doch wenigstens waren die Fenster mit schweren Vorhängen verhangen. Die Oger hatten die Bier und Wein Vorräte der Burg gefunden und die riesigen Fässer in die Halle gebracht.

Dann begann das Gelage. Die Oger feierten als hätten sie einen großen Sieg errungen und sie waren mittendrin. Keinen der Oger störte es scheinbar. Man brachte ihnen Fleisch und Wein und es war alles in allem eine ausgelassene Stimmung. Dann trat wieder der Gnoblar mit dem Frack auf den Plan und spazierte, die Nase hoch erhoben, über den Tisch bis er vor seinem Herrn stand. Dort verneigte er sich wieder so tief, dass seine Nase die Tischplatte berührte.

Gwyddis, die sich als einzige der Vampire an Bier und Fleisch bediente, konnte bei seinem Anblick nicht mehr an sich halten und prustete vor Lachen los, dass Essensreste und Spucke nur so flogen. Das meiste traf den Gnoblars an der ihr zugewandten Gesichtshälfte…

„Was soll diese Witzfigur überhaupt sein?“
Empört, richtete sich der Gnoblar wieder auf, reckte die Nase senkrecht nach oben und drehte sich von ihr weg.

„Hoo, hoo, hoo! Jetzt hast du ihn beleidigt“, grölte Thorgar und wieder regnete es Spucke und Essensreste auf den Gnoblars. „Das ist Wonk, mein Namensgnoblar! Er merkt sich für mich, wie ich heiße. Das ist sehr praktisch! Los Wonk, stell mich vor!“

Der Gnoblar wischte sich Fleischfetzen und Ogerspucke vom Gesicht, wrang seinen Miniaturfrack aus und erklomm dann die linke Schulter des Tyrannen. Dort nahm er wieder seine vornehme Positur ein und begann mit seiner quäkenden Stimme zu sprechen:

„Hia sitzt, da Meista vonne Donnerbäuche. Tyrann Thorgar Rhinoxschubsa, da große Thronquetscha und Gegenmädchenverliera!“

„Na warte du kleine Made!“ Der letzte Zusatz zu seinem Namen gefiel Thorgar wohl gar nicht, während die Oger an den Tischen sich vor Lachen auf dem Boden wälzten oder auf die Tische schlugen. Gwyddis konnte das gut nachempfinden und fiel mit ein.

Der Tyrann allerdings packte den Gnoblar mit der rechten Hand. Seine Faust war so riesig, dass von der Grünhaut nur noch der Kopf oben herausschaute. Dann drückte Thorgar so fest zu, dass nach einem lauten Knacken der Knochen nur noch ein feuchtes „Plopp“ zu hören war und der Kopf des Gnoblars von seinem Hals geschossen wurde. In hohem Bogen trudelte er durch die Luft bis er im Krug eines Ogers am Nachbartisch landete. Dieser dachte, sein Nebenmann habe sein Bier verschüttet und schlug ihm eine Faust ins Gesicht. Daraus resultierte dann eine ordentliche Schlägerei bis letztlich alle Oger, außer dem Tyrann endlich an ihren Plätzen oder sonst wo in der Halle eingeschlafen oder ohnmächtig waren.

Dann wandte sich der Tyrann wieder den Vampiren zu:

„Die Schmach die du mir heute zugefügt hast, werde ich niemals vergessen. Ich werde mir einen neuen Namen machen müssen! Aber genauso wenig wird Thorgar Rhinoxschubsa oder ein anderer Oger der Donnerbäuche jemals deine Fähigkeiten auf dem Schlachtfeld vergessen. Das Schwöre ich!“

„Welch eine… Ehre?“ entgegnete die Meisterin, sah aber weniger geehrt aus. Eher unangenehm berührt.

„Hoo, hoo, hoo! Ja so ist es! Und deshalb kannst du dich darauf verlassen, dass euch niemand den Pass herauf folgen wird. Zumindest bis zum nächsten Vollmond des ersten Mondes. Und solltest du jemals jemanden fürs Grobe brauchen, such Thorgar und Thorgar wird kommen und deine Feinde zerquetschen.“

Bei Anbruch der Nacht machten sie sich dann endlich auf, Bretonia den
Rücken zu kehren.

Auf nach Marienburg!

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23 Dec, 2018 19:08 01 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
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Das Imperium

Endlich konnten Sie diesen widerlichen Canyon verlassen. Die Reise zu Fuß hatte einfach schon viel zu viel Zeit in Anspruch genommen. Seit sie in die alte Welt zurückgekehrt war, hatte sie scheinbar keinen Schritt machen können ohne dass sich ihr jemand in den Weg stellte.
Doch Thorgar hatte sein Wort wohl gehalten, denn die Reise war mehr oder weniger ohne Zwischenfälle verlaufen. Abgesehen davon, dass die Rasten während der Sonnenphasen der vergangenen Woche selbst für sie schwer zu ertragen gewesen waren.

Die Zwergin und Isabeau hatten überhaupt keine Hemmungen gehabt ihre absonderliche Beziehung auszuleben und so war sie oft genug von der Zwergin wachgestöhnt oder -geschrien worden…

Als wäre das nicht schlimm genug, war diese… Kreatur… auch noch dreist genug gewesen sie zu ihren Eskapaden einzuladen, als sie sich beschwert hatte! Und der Blick von Isabeau in diesem Moment hatte Sophie auch nicht gefallen… Was dachten sich die beiden nur? Wenn Späher des Imperiums in den Bergen herumschlichen, wäre es unmöglich gewesen dem Treiben der beiden nicht auf die Spur zu kommen und eine Schlacht bei Tage hätte für sie alle schlimm enden können.

Sophie war rasend gewesen. Am liebsten hätte sie die Zwergin für diese Frechheit in Stücke gerissen. Doch gleichzeitig war die Neugierde da gewesen. Wie konnte es sein, dass eine Zwergin überhaupt die Hinübergeburt zum Vampir überlebte? Die Physis der Zwerge stemmte sich gegen alles magische und sie hatte noch nie von einem vergleichbaren Fall gehört. Und wenn es darum ging ihren Blut- oder ihren Wissensdurst zu stillen, hatte bisher stets die Neugier gesiegt.
In Marienburg würde sie endlich die Ruhe haben sich der Zwergin gebührend an zu nehmen und sicherlich ließ sich bei den vielen Untersuchungen, die ihr vorschwebten, auch ein paar finden, die eine angemessene Strafe für die Störung ihrer Ruhe darstellten…

Tzaantras war die letzten Tage sehr schweigsam gewesen. Er war zwar noch nie für das verschwenden vieler Worte bekannt gewesen, doch etwas schien ihn zu beschäftigen. Die Streitmacht von der er vor Wochen desertiert war, hielt sich voraussichtlich noch im Imperium auf, wenn auch viel weiter nördlich, als sie zu reisen plante. Aber ob es daran lag konnte sie nicht sagen.

Endlich waren sie in Sichtweite des Ausgangs angelangt. Gestern hatte sie in der Nähe rasten lassen, um möglichst viel von der Finsternis der Nacht für die Durchquerung des Ausgangs und den Weg zum Reikwald zur Verfügung zu haben, denn nach wie vor war Heimlichkeit wichtiger als alles andere. Sollte von Bretonia Kunde ins Imperium vorgedrungen sein, wäre das verheerend, zumal sie dann mit einem heftigen Gefecht am Ausgang des Passes rechnen müssten, doch andererseits hatten sie ja keine Konfrontation mit den Bretonen gehabt, sondern die Oger und diese sollten noch mindestens eine Woche den Pass am anderen Ende des Gebirges bewachen. Sofern Thorgar auch hier sein Wort halten sollte.

Das wichtigste würde sein, die Festung am Ausgang in der Mitte der Nacht zu passieren, um eine Entdeckung so unwahrscheinlich wie möglich zu machen. Und bisher sah es gut aus.

Die Festung Helmturm. Einen so einfallslosen Namen konnten sich nur die Menschen des Imperiums ausdenken, um ein Bauwerk dieser Größe und Wehrhaftigkeit zu titulieren. Direkt in den Fels der Gebirgsausläufer hinein war ihr Fundament geschlagen worden und die Mauern waren hoch und dick. Einem Angreifer bot sich keine Fläche auf dem Weg zur Burg, wo Kriegsmaschinen oder Belagerungsgerät transportiert werden könnten und es gab keine Vegetation im Umkreis um welche vor Ort zu bauen. Dazu waren die Zinnen mit den feinsten Ausgeburten der Nulner Schmieden bestückt. Eine irdische Armee konnte dieser Festung nichts anhaben. Da sie aber nur den Pass bewachte, war ihre Garnison meist spärlich besetzt und würde keinen Ausfall unternehmen können, sollten sie die Vampire bemerken. Aber ein Falke mit einer Nachricht an eine der zahllosen anderen Garnisonen hier in der Gegend wäre ebenso verheerend.

Die Streitmacht marschierte etwas mehr als eine Stunde als sie die Festung in Sichtweite bekamen. Die Monde waren noch nicht aufgegangen, also war die Gelegenheit perfekt. Die Meisterin ließ ein paar ihrer Vampirfledermäuse zur Burg fliegen, um sie aus sicherer Höhe aus zu spähen, während der Rest seinen Weg fortsetzte.

Die Fledermäuse entdeckten allerdings etwas, was der Meisterin ganz und gar nicht gefiel. Die Festung war in hellem Aufruhr und bedeutend stärker besetzt als sie es erwartet hatte! Ein Heer aus schwerer Kavallerie lagerte im Hof und schien bereit zum Ausrücken. Waren sie entdeckt worden? In jedem Fall war nun Eile geboten.
Sie wandte sich an Tzaantras, dem sie ihre Weisungen als einzigem nicht telepathisch mitteilen konnte:

„Die Festung ist in Aufruhr! Wir müssen den Waldrand so schnell wie möglich erreichen.“

Sie ließ den Befehl durch die Streitmacht rasen und das Heer der Untoten verfiel von seinem langsamen Marsch in einen hektischen Trab. Die übrigen Fledermäuse und die Todeswölfe preschten vor um den Weg aus zu kundschaften und nach wenigen Augenblicken waren Isabeau und Gwyddis an ihrer Seite.

Sie hatte den beiden gezeigt, was die Späher-Fledermäuse gesehen hatten, daher waren sie bereits im Bilde.

„Meisterin, die schwere Kavallerie wird uns niedermähen, wenn sie uns im offenen Feld stellt!“ Isabeau sah aus, als sei sie außer Atem. War das Schweiß auf ihrer Stirn? Was war nur mit dem Mädchen passiert. Auch dies würde sie in Marienburg ergründen müssen.

„Deshalb dürfen sie uns nicht im offenen Feld begegnen. Wir wissen zwar nicht, ob sie überhaupt unseretwegen ausrücken oder überhaupt unseren Weg kreuzen werden, aber wir dürfen uns keine Verzögerungen mehr leisten. Also sputet euch!“

Tzaantras rief Selthanzar und Sophie stieg auf. Zusammen rasten sie in Richtung der Festung davon. Die Meisterin hüllte sie in magische Schatten um eine Entdeckung zu verhindern und als sie in Sichtweite kamen, entdeckten sie bereits die Vorhut aus Schützenreitern, die den schmalen Gebirgspfad verließen, der von Helmturm herabführte.

Sie blieben weit genug entfernt, um nicht von den Imperialen gesehen zu werden und was sie sah beunruhigte sie zunehmend. Sie hatten kaum Infanterie dabei, die Streitmacht war hochmobil und würde die Entfernung zwischen der Burg und ihrer Armee in kürzester Zeit überbrückt haben!

Und schließlich bestätigte sich ihre schlimmste Befürchtung. Die Menschen machten sich auf den Weg in ihre Richtung…

Gerade wollte sie Tzaantras auffordern zur Streitmacht zurück zu kehren, als sich ein gleißendes Licht auf sie richtete! Es war wenigstens ein Lichtmagier unter den Truppen des Imperiums und er hatte ihren Zauber bemerkt und sie entdeckt.

„Zurück zur Truppe, schnell!“ Sie hatte den magischen Lichtstrahl gerade so abwehren können. Die Macht der Lichtsäule war groß genug gewesen, um sie und Tzaantras zu vernichten! Als Selthanzar wendete und sie in die Nacht davon rasten konnte sie noch die Silhouette eines Wagens mit einem Turm aus Linsen auf dem Dach ausmachen. Ein Luminarium des Hysh! Das erklärt die Wucht der Entladung. Das wird ein hartes Stück Arbeit. Und es wird ein Desaster, wenn sie uns im freien Stellen können!

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17 Jan, 2019 10:53 40 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
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Die Schlacht am Waldrand

Isabeau hatte die Streitmacht der Meisterin übernommen, als diese mit Tzaantras zum Prüfen der Lage ausgezogen war und trieb die Untoten in einem Gewaltmarsch auf die Ausläufer des Reikwaldes zu. Doch der Weg war weit und das Gelände noch von den Ausläufern des Gebirges geprägt. Trotzdem kamen sie zügig voran.

Gwyddis schien mühelos mit den Untoten mithalten zu können, obwohl sie drei Schritte für zwei Schritte der Kreaturen um sie herum machen musste. Zwerge waren marschieren eben anders gewohnt als Menschen und dass sie nun keine Erschöpfung mehr kannte, war nur ein weiterer Vorteil für die Slayerin.

Isabeau selbst hatte diesen Luxus nicht. Obwohl sie ihn hätte haben sollen. Was ist nur mit mir los? Egal was sie sich selbst versuchte ein zu reden. Etwas war mit ihr passiert als sie auf dem Schlachtfeld wiedererwacht war. Am stärksten litt ihre Ausdauer darunter und es wurde schlimmer!

Sie konnte gerade so mithalten musste sich aber noch auf die Befehle für die Truppen konzentrieren, denn Gwyddis hatte bisher noch keinerlei Befähigung gezeigt auch nur einen einzelnen Untoten zu kontrollieren.

Sie schwitzte und begann zu keuchen. Das Rennen war bereits zu anstrengend für sie, also verfiel sie in einen strammen Marsch, was aber genügte um mit den Skeletten und Verfluchten mit zu halten und die Truppen um sie herum zu konzentrieren, was ihren Einfluss auf sie erleichterte.

Bitte kommt zurück und gebt Entwarnung, flehte sie und schaute nervös immer wieder in die Richtung in die Tzaantras‘ Flugdämon aus der Sicht verschwunden war.

Gwyddis bemerkte ihre Mühe und begann damit die Leichen um sich herum anzuschreien um ihnen Beine zu machen. Dann bahnte sie sich einen Weg zu Isabeau und musterte sie besorgt.

„Alles klar, Süße?“

„Ja… ich komme schon klar…“, presste Isabeau zwischen zwei Atemzügen hervor.

Gwyddis war nicht überzeugt, sagte aber nichts weiter. Wofür Isabeau dankbar war, denn weitere Konversation wäre ihr schwergefallen ohne stehen zu bleiben.

Dann kam der Befehl den sie befürchtet hatte:
„Sie sind wirklich hinter uns her, beeilt euch, wir treffen euch auf dem Weg!“

Der telepathische Befehl der Meisterin war wie ein zusätzliches Gewicht auf Isabeaus Schultern. Doch sie konzentrierte sich weiter und griff nach den Winden der Magie, die sie umgaben für eine besonders starke Anrufung, welche die Meisterin sie vor langer Zeit als van Hels Totentanz gelehrt hatte, um die Schritte der Streitmacht zu beschleunigen. Sie brauchte länger als üblich und mehrmals drohte ihr die Kontrolle über den Zauber zu entgleiten, doch sie schaffte es schließlich und die gesamte Truppe verdoppelte ihr Tempo. Auch ihr selbst fiel das Laufen wieder etwas leichter durch die Magie in ihrem Körper und bald kam der Waldrand in Sicht.

Nach einer Weile tauchte am südlichen Horizont ein rötliches Licht auf, das sich schnell auf sie zu bewegte. Die Meisterin kehrte zurück!

Endlich! Ein erleichterter Seufzer entfuhr ihr und Isabeau blieb stehen um sie und Tzaantras zu erwarten und etwas Luft zu schnappen.
„Sehr gut, ihr seid weiter gekommen als ich erwartet hätte, das hast du sehr gut gemacht“, lobte sie die Meisterin. Doch als sie sah wie Isabeau schwer atmend und mit vor Schweiß an ihrer Haut klebenden Kleidern vor ihr stand wurde ihr Blick besorgt.

„Was ist mit dir? Du siehst… nicht gut aus, Mädchen. Tzaantras! Wir tauschen, nimm sie mit ich führe das Heer weiter. Isabeau… erhol dich etwas, ich werde dich bei voller Kraft brauchen, sobald die Imperialen hier sind und sie sind uns hart auf den Fersen.“

Isabeau war erleichtert, die immense Belastung der Kontrolle so vieler Untoter los lassen zu dürfen. Die Entlastung war so groß, dass sie vor Selthanzar zusammensank und Tzaantras sie auf den Dämon hinaufheben und festhalten musste, damit sie nicht von der Plattform auf dem Rücken der Kreatur fiel. Der Griff des Chaoskriegers war weder sanft noch rücksichtsvoll, doch das war ihr egal. Sie ließ den Kopf an seine gepanzerte Schulter sinken, schloss die Augen und sank in einen unruhigen Halbschlaf…

Was ist nur mit dem Mädchen los? So fertig war sie noch nie, seit ihrer Hinübergeburt und war das eben Schweiß? Vampire schwitzen nicht. Sophies Gedanken drehten sich mehr um Isabeau, denn um die Kontrolle der Streitmacht. Anders als Isabeau, war sie es gewohnt Armeen zu kontrollieren und das Tempo zu halten, war für sie nicht aufwendiger als sich die Haare zu bürsten. Ich muss sie untersuchen. Etwas ist mit ihr geschehen als wir getrennt waren. Ob es an der Zwergin liegt? Nein, das kann es nicht sein. Ich habe selbst schon Zwergenblut in rauen Mengen getrunken und habe niemals irgendwelche Nebenwirkungen bemerkt… Es muss davor gewesen sein. Als die Verbindung abgebrochen ist, nach der Schlacht gegen die Necrarch? Ja es muss damit zusammenhängen. Sobald wir in Marienburg sind gehe ich der Sache auf den Grund.

Doch nun musste sie erstmal diese Nacht überstehen, denn sonst würden sie Marienburg wahrscheinlich niemals erreichen! Eine der Vampirfledermäuse, welche die südliche Flanke ausspähten hatte nun die ersten Reiter der Vorhut der Imperiumsstreitmacht entdeckt. Sie hatten nur noch wenig Zeit, doch der Waldrand war nahe.

Wir werden nicht so tief hineinkommen wie ich es mir gewünscht hätte, aber ich brauche noch Zeit um die Truppen auf zu stellen, entschied sie und als sie so weit in den Wald gekommen waren, dass es die schwere Kavallerie ausreichend behindern würde, ließ sie die gesamte Streitmacht anhalten und begann mit der Aufstellung ihrer Regimenter.
Die Späher kehrten nach und nach zu ihr zurück, erst die Fledermäuse, dann auch die Todeswölfe und die Sensenreiter.

Der Ort an dem sie sich befanden musste einmal Schauplatz einer ähnlichen Schlacht gewesen sein. Der Wald war übersät mit Ruinen und Trümmern, in Richtung Süden erhob sich ein zerfallener alter Turm, der eine starke Magische Energie ausstrahlte. Zu weit im Süden, aus dieser Richtung werden sie kommen. Wir werden uns hier aufstellen und sie erwarten, entschied Sophie.

Doch auch in ihrer unmittelbaren Nähe gab es ein starkes magisches Feld und beide arkanen Ruinen störten die Magie der Umgebung. Das Wirken von Magie war schwieriger als sonst und würde viel Konzentration erfordern…

Auch Tzaantras schien es bemerkt zu haben, denn er verzichtete darauf wie sonst eine Aura vielfarbigen Feuers um sich herum zu weben.
Die Meisterin hatte ihre Streitmacht so aufgestellt, dass die Skeletthorden als zwei große Regimenter von Süden nach Norden gestaffelt standen, Mit respektvollem Abstand zur Turmruine. Dann folgten die Verfluchten, die ihr als Leibgarde dienen würden. Isabeau und Gwyddis würden sie begleiten, wobei sich Isabeau erschöpft auf die Slayerin stützte, während die Zwergin die Gelegenheit nutzte den Kopf an Isabeaus Hüfte zu lehnen und mit der freien Hand ihr Gesäß zu streicheln, während die andere Hand die große, schwere Streitaxt hielt. Sophie musste bei dem Anblick ungewollt wieder an die Spielereien der beiden Vampirinnen denken, die ihren Schlaf in der letzten Zeit so oft gestört hatten und an das dreiste Angebot der Zwergin… Dabei schlich sich auch wieder der laszive Blick Isabeaus in ihre Gedanken, den sie erst gewaltsam verdrängen musste bevor sie sich wieder auf die bevorstehende Schlacht konzentrieren konnte.

Um sich und die anderen Truppen vor den Schützen des Imperiums zu schützen, positionierte sie die Todeswolfrudel als Schild vor den Verfluchten und auf deren linker Flanke, während sie Tzaantras mit den Sensenreitern als Flankenstreitmacht in der dichten Baumgruppe zu ihrer Rechten verbarg.

Dann kam die imperiale Schlachtlinie ins Sichtfeld. Zentral marschierte eine große Einheit aus schwer gepanzerten Rittern der Reichsgarde auf, angeführt von einem Großmeister und einem Sigmarpriester und scheinbar auch vom Armeestandartenträger persönlich. Praktisch für ihre kleine Falle war, dass die Schützenreiter sich unmittelbar vor den Sensenreitern und Tzaantras aufstellten. Zwischen diesen und den Rittern kam auch das Luminarum des Hysh durch die Bäume gefahren. Wenn es dazu käme seine Magie zu fokussieren würde das grauenhafte Folgen für ihre Streitmacht haben. Das musste Tzaantras verhindern… mit allen Mitteln!

Auf der linken Flanke marschierte die Infanterie des Imperiums auf. Eine große Gruppe Armburstschützen einige Jäger und eine Kriegsmaschine. Sie konnte es nicht genau sehen, aber wohl eine der exotischeren Waffen aus dem Arsenal von Nuln. Was ihr Sorgen machte, waren die monströsen gepanzerten Schatten die von Süden heraufkamen. Demigreifenritter! Diese Bestien waren eine ernste Bedrohung für ihre Infanteriestreitmacht.

Doch nachdem sich die Menschen in Position gebracht hatten, kamen zu ihrer Überraschung einige Reiter aus der Formation heraus auf halbem Wege zwischen den Streitkräften hervor und versammelten sich unter der großen und reich verzierten Armeestandarte.

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17 Jan, 2019 11:00 22 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
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Das ist doch mal interessant, entschied sie und bedeutete Isabeau, Gwyddis und Tzaantras ihre Positionen zu halten. Dann schritt sie selbstsicher und erhobenen Hauptes mit langen Schritten über das Feld und trat vor die Heerführer des Imperiums.

Die Männer waren von ihrer Erscheinung sofort eingenommen. Sie konnte es daran sehen, wie ihre Augen an ihrem perfekten Körper hinab und wieder hinauf wanderten und sich nicht entscheiden konnten wo sie verweilen sollten. Zwar trug sie eine Rüstung, doch war diese ohnehin eher dekorativer Natur und ließ tiefe Blicke auf ihre makellose Haut zu. Primitive… Doch das würde sie zu ihrem Vorteil nutzen.

Da keiner der Imperialen den Mund zum Sprechen zu benutzen gedachte, obwohl ihn auch keiner schließen wollte, ergriff sie selbst das Wort:
„Nehmt eure Männer und kehrt dorthin zurück wo ihr hergekommen seid, oder keiner von euch oder ihnen wird die Sonne je wieder aufgehen sehen!“ Sie verschränkte bei diesen Worten die Arme unter der Brust, was ihr Dekolleté nochmal ein wenig anhob und den Armeestandartenträger, einen bärtigen Mann in der Mitte seiner Dreißiger, fast vornüber vom Pferd fallen ließ.

Diesen und auch den Großmeister der Ritter hätte sie sicher leicht um den Finger gewickelt, doch der dritte Mann war wohl immun gegen ihre weiblichen Reize und auch den geübten Befehlston ihrer Stimme. Er ließ sein Ross einige Schritte auf sie zu machen und schob sich vor die anderen beiden, seinen großen Streithammer locker in einer Hand haltend.

„Du faule Kreatur wirst einen wahren Diener Sigmars nicht einlullen! Deine bloße Existenz ist ein Frevel den wir nicht länger auf dieser Erde dulden werden! Bereite dich darauf vor ins Nichts ein zu kehren, wo Verräter am Leben selbst hingehören!“

„Wie unhöflich“, verspottete sie den Kriegspriester mit samtener Stimme. „Nur weil Du mit einer Frau nichts anfangen kannst und deshalb diesen Messingprügel um deinen Hals anbeten musst, brauchst du dich doch nicht in die Gespräche echter Männer ein zu mischen.“ Mit einer Geste veranlasste sie sein Pferd zu scheuen und sich einige Schritte von ihr zu entfernen. Dann wandte sie sich wieder an die anderen Offiziere. Doch der Priester hatte den nötigen Effekt gehabt und sie aus ihrer fleischgeborenen Starre befreit.

„Wir gehen dir nicht ins Netz, Hexe! Neige dein Haupt, dass wir es dir hier und jetzt abschlagen können und vielleicht wird Sigmar deiner Seele gnädig sein!“

Bei diesen Worten brach die Meisterin in schallendes Gelächter aus. Als sie sich wieder gefangen hatte, erwiderte sie:

„Überschätzt euch nicht, Mensch. Bevor diese Nacht zu Ende ist, werde ich das Blut des Priesters aus eurem Schädel trinken.“

Dann wandte sie sich ab und schritt zu ihrer Streitmacht zurück, während die Imperialen sich ebenfalls in den Schutz ihrer Regimenter zurückbegaben.

Sie war gerade wieder ins erste Glied ihrer Verfluchten eingetreten als Tzaantras und die Sensenreiter aus dem Wald herausbrachen und sich auf die Schützenreiter warfen, welche bei dem Anblick sogleich den Rückzug in den Schutz der übrigen Streitmacht antraten.

Damit hatte die Schlacht begonnen. Das Imperium schien doch mehr von der Meisterin eingeschüchtert als sie selbst erwartet hatte, denn die Truppen rückten nur zaghaft auf die Untoten vor, doch das Luminarum, seines Flankenschutzes beraubt, da dieser sich zurückzog, drehte seinen Turm aus Linsen in Richtung der Sensenreiter und Tzaantras und die Meisterin spürte wie der Lichtmagier dahinter begann die Winde der Magie zu kanalisieren. Sofort warf sie ihren Willen gegen seinen und entriss ihm die Fäden die er weben wollte. Gleichzeitig sandte sie ihre Truppen vorwärts und ließ die südlichste Einheit der Skelette einen Wall gegen die anrückenden Demigreifen formen. Die Todeswölfe sprinteten sofort auf die Ritter der Reichsgarde zu und blieben kurz vor ihnen stehen um laut kläffend und heulend die Rösser der Ritter zu irritieren, während die Sensenreiter über die weitgehend leere rechte Flanke in die Imperiumsformation einbrachen. Tzaantras beschleunigte seinen Dämonen und hielt auf das Luminarum zu, doch dieses gab seinen Zugtieren die Peitsche zu spüren und ergriff die Flucht querfeldein!

Der Beschuss des Imperiums war weniger zaghaft als ihre Reiterei. Die Armbrustschützen eröffneten das Feuer und schossen eine große Schneise in die Skelette direkt zur linken ihrer Verfluchten und dann ertönte ein kreischendes Zischen aus dem hinteren Bereich der menschlichen Streitmacht. Ein rauchendes Bündel stieg Pfeilschnell und mit ohrenbetäubendem Pfeifen in die Luft und hielt dabei auf die gleiche Einheit Skelette zu, doch bevor die Rakete einschlug rissen einige kleinere Sprengkörper davon ab und schlugen rings um das Regiment ein, dabei wurden auch ein paar ihrer Verfluchten zerrissen.
So nicht meine Herrschaften! Sie streckte ihren Geist aus und griff nach den Winden der Magie, um ihre Nekromantie zu wirken. Die Winde wehten kräftig und sie sprach eine kurze Anrufung an Nehek und ließ die erschossenen Skelette und Verfluchten einfach wieder auferstehen. Dann griff sie erneut hinaus und setzte zu einem tödlichen Alterungsfluch gegen die Ritter an, denn ihre Rüstung würden sie davor nicht schützen, doch die Interferenz der Arkanen Ruinen war unerwartet heftig. Sie griff sich eine zu starke Böe und verlor die Kontrolle! Der Alterungsfluch ging unkontrolliert auf die Reichsgardisten nieder und raffte so nur wenige dahin, doch die Entladung der Energie vor ihrem Gesicht war heftig und ein Energiegewitter schwarzer Blitze warf sie nieder und stampfte die Untoten um sie herum in den Boden…

Isabeau und die Slayerin waren dem Ausbruch entgangen und waren sofort wieder an ihrer Seite, doch ein gutes Drittel ihrer Verfluchten war sie los. Das war so nicht geplant gewesen… Die Magie hier ist stark, aber die Winde zu unvorhersehbar durch die Störung, welche die Ruinen verursachen.

Die Ritter waren allerdings zu sehr damit beschäftigt gewesen ihre Rösser unter Kontrolle zu halten, um diesen Kontrollverlust zum Gegenangriff zu nutzen. Stattdessen waren sie nur etwas um die Todeswölfe herumgetänzelt, waren aber nach wie vor blockiert.

Die Schützenreiter huschten weiter durch die Formation der imperialen Infanterie und versuchten so weit wie möglich von den Sensenreitern fort zu kommen, während die Armbrustschützen diesmal das Feuer auf die Todeswölfe eröffneten. Einige der leblosen Kreaturen gingen daraufhin zu Boden ohne sich erneut zu erheben, doch es blieben noch genügend übrig um den Rittern die freie Sicht und Bahn auf die Vampirstreitmacht zu nehmen.

Der nächste Versuch der Raketenlafette auf die Skelette zu feuern löste wohl irgendeine Fehlfunktion aus, denn die Raketen trudelten harmlos in den Nachthimmel davon und die Besatzung begann hektisch an der Maschine zu werkeln. Die Demigreifen waren nun beinahe auf Angriffsdistanz herangekommen und schwenkten gefährlich auf die Skeletthorde vor sich ein, welche aber emotionslos die Stellung hielt.

Die Sensenreiter und Tzaantras setzten erneut zum Angriff an, doch wieder zogen sich ihre Ziele einfach nur vor ihnen zurück, so dass das Luminarum weiter durch den Wald holperte und ein paar Mal heftig mit Bäumen in seinem Weg kollidierte, doch der robuste Rahmen hielt noch Stand. Die fliehenden Schützenreiter steckten derweil einige der Schützen mit ihrer Panik an und bald befand sich die halbe Streitmacht auf der Flucht zurück nach Süden zum Waldrand!

Doch dann entlud sich aus einer der Ruinen im Zentrum des Schlachtfeldes eine magische Entladung in die Todeswölfe und zersprengte sie in ihre Einzelteile! Dies macht den Rittern den Weg in die flanke der Skelette frei und so wurden diese gleichzeitig von Demigreifen und der Reichsgarde bestürmt. Zwischen den beiden schwer gepanzerten Formationen wurden die Skelette förmlich zerrieben, doch einige blieben übrig und bremsten die Reiter genügend aus, um der Meisterin genau das Zeitfenster zu öffnen, dass sie für den Konter benötigte.

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17 Jan, 2019 11:01 20 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
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Die Verfluchten und die übrigen Skelette schwenkten auf die Ritter ein und bliesen zum Angriff. Sophie sprang vorneweg, flankiert von Gwyddis und Isabeau und ihr Angriff war heftig und verheerend für die Imperiumsritter. Die Skelette in der Flanke verstärkte die Meisterin dabei mit der Anrufung von Nehek bevor sie sich ganz dem Abschlachten der Menschen vor sich hingab. Die schweren Rüstungen waren kein Hindernis für ihre Hiebe und auch Isabeau blühte im Handgemenge wieder zu ihrer gewohnten Form auf. Die Klingen, die sie von den Zwergen bekommen hatte hielten blutige Ernte, wenn auch nicht mit solch brutaler Kraft, wie sie die Meisterin in ihre Hiebe legen konnte. Gwyddis suchte sich den Sigmarpriester und begann damit ihn mit ihrer Axt zu bearbeiten, doch der Mann war fähiger als es zunächst den Anschein gehabt hatte. Wohl nicht nur ein Großmaul, dachte Sophie.

Als die Skelette in der Front der Ritter ausgelöscht waren, wandte sich der Sigmarpriester vollends zu den Vampiren um und brüllte: „Im Namen Sigmars werden wir Euch aus der Welt tilgen, unreines Gewürm! Nichts wird an euch erinnern und ich selbst werde der Hammer in seiner Göttlichen Hand sein! Wer wagt es sich mir zu stellen?“

Na warte du… Doch noch bevor die Meisterin zu einer Entgegnung ansetzen konnte, kam ihr die Slayerin zuvor!

„Jaa jaa, ihr Kerle und eure Hämmer in der Hand. Ich glaube es wird Zeit, dass so nutzlose Mannsbilder wie du mal eine richtige Frau kennen lernen! Danach werde ich dir deinen kleinen Hammer gerne neben den anderen um den Hals hängen!“

Und schon waren die beiden in einem heftigen Duell verstrickt.
Diese vulgäre… Der nächste Ritter bekam den geballten Frust der Meisterin mitten ins Gesicht. Mit einer Hand zerrte sie ihn am Gürtel zu sich herab und mit der bloßen Faust schlug sie mitten durch sein Helmvisier und hinterließ einen tiefen Abdruck in der Rückseite des Stahls Blut Hirn und Zähne tropften aus dem Loch über seinem Hals über ihren Körper und noch während der Reiter stürzte hackte sie das Schlachtross mit dem Schwert durch und trieb die beiden Körperhälften auseinander.

Die Demigreifen hatten aber bereits die Reste des ersten Skelettregiments erledigt und gruben sich nun in die zweite Einheit hinein, wie Maulwürfe durch lockere Erde und die Meisterin spürte wie ihr Griff auf die Skelette und die Verfluchten um sie herum nachließ. Das war nicht gut. Doch die Ritter fielen einer nach dem anderen den Klingen der Vampirinnen und der Verfluchten zum Opfer und schließlich standen Isabeau und die Meisterin direkt den beiden Offizieren, dem Großmeister und dem Hauptmann, der die Armeestandarte trug, gegenüber. Ohne weitere Höflichkeiten auszutauschen stürmten die beiden Frauen zunächst auf den Großmeister ein, dieser konnte sich nicht auf beiden Seiten zugleich verteidigen und so wurde sein Körper von den Lahmia förmlich in Stücke gerissen. Auch die massive Prunkrüstung konnte nicht alle Hiebe abwehren und so badeten die Meisterin und Isabeau schon bald in seinem Blut, der Standartenträger erwies sich als härtere Nuss und mittlerweile waren die Demigreifenritter auch mit dem Auslöschen der übrigen Skelette fertig.
„Ich überlasse euch die zwei alten Säcke, um die Greifen kümmere ich mich selbst“, verkündete sie Isabeau und der Slayerin und stellte sich den beiden verbliebenen Bestien entgegen.

Gwyddis hatte das Gefühl ihrer Kräfte beraubt zu sein. Der Priester musste irgendwelche magischen Kräfte gegen sie einsetzen. Sie hatte schon gehört, dass den Gebeten der Sigmariten echte Macht innewohnte und das galt besonders gegen die Untoten und die finsteren Mächte des Chaos. Und immer wenn seine Waffe ihren Körper traf, schien sie mehr Kraft zu verlieren, doch sie selbst konnte einfach keinen guten Treffer anbringen und die übrigen Attacken durchdrangen die Rüstung des Priesters nicht. Da hab ich das Maul schön voll genommen… Scheisse! Aber nicht mit mir! Mit der Sturheit die ihrer Rasse zu Eigen war ignorierte sie die Wunden an ihrem Körper und drang immer weiter auf den Priester ein.

Tzaantras hatte die Imperialen vor sich hergetrieben, doch konnte er sie nicht einholen. Die Flucht der Schützenreiter hatte eine regelrechte Massenpanik ausgelöst und die Flanke des Imperiums war in Auflösung begriffen.

Nur die Besatzung der Raketenlafette versuchte in all dem Chaos noch ihre Waffe wieder in Ordnung zu bringen, doch das würde er nicht zu lassen. Aus dem Himmel stieß er auf die arbeitenden Technikusse hinab und machte ihnen ein Ende, dann setzte er die Verfolgung des Luminarums fort, wie es ihm Sophie aufgetragen hatte. Aus dem Augenwinkel nahm er noch einen Schatten wahr, der Pfeilartig an ihm vorbeischoss und sich auf die Sensenreiter warf. Er blickte nach hinten und sah einen einzelnen Krieger des Imperiums auf einem schneeweisen Pegasus, mit reich verzierter Plattenrüstung und glimmendem Schwert auf die körperlosen Kreaturen einschlagen und die Hiebe zeigten erschreckende Wirkung. Denen werde ich nicht mehr helfen können, also weiter dem Wagen nach, dachte er und stieg wieder in den Nachthimmel auf…

Sophie spürte wie ihr immer mehr ihrer Krieger schwanden. Die Todeswölfe waren weitestgehend von den Schützenreitern niedergeschossen worden, die Skelette von den Demigreifen zerrieben und ihre Verfluchten mittlerweile ebenfalls ausgelöscht. Die Sensenreiter steckten im Kampf mit einem übermächtigen Feind fest und würden dem Rest bald folgen und scheinbar waren nur noch die Mädchen, Tzaantras und sie selbst kampffähig!

Die Entscheidung muss her. Der General ist bereits gefallen nun muss noch die Standarte niedergehen, dann sollten sie gebrochen sein. Aber darum musste sich Isabeau kümmern, denn die Demigreifen hatten sich nach einigem Zögern nun doch zum Angriff entschieden und waren in vollem Galopp unterwegs zu ihnen.

Doch Sophie war schneller, sie stürmte den monströsen Bestien entgegen und mit ihrer übernatürlichen Geschwindigkeit war sie zwischen den beiden Reitern bevor diese ausgeholt hatten und riss den ersten noch im Laufen aus dem Sattel. Der Zusammenprall mit der unheiligen Macht der Meisterin ließ den zerschmetterten Körper des Ritters noch einige Schritte weit fliegen bevor er am Boden aufschlug, die Greifen hatten aber instinktiv die Richtung gewechselt und drangen nun beide auf sie ein. Die Meisterin konzentrierte ihre Attacken auf den Reiterlosen Greifen und sprang unter seinen Klauen hindurch unter den Hals der Kreatur enthauptete sie. Ein heißer roter Strom aus Blut wusch über sie hinweg und nahm dem anderen Reiter und seinem Greifen die Sicht auf die Lahmia, die gleich darauf aus der Fontäne heraussprang und ihr Schwert auf der linken Seite der Kreatur knapp unter der Panzerung ins Fleisch des Greifen trieb. Ohne langsamer zu werden rannte sie die Gesamte Länge des Monstrums entlang und ließ die Klinge erst am Ende wieder austreten. Wieder gab es einen Blutregen und der sterbende Demigreif rollte in seinem Todeskampf auf die Seite und zermalmte seinen Reiter unter seinem Körper.

Sophie wischte sich das Blut der Monster aus dem Gesicht und dem Dekolleté und warf dabei einen Blick zurück auf das Schlachtfeld. Just in diesem Moment sah sie das Banner des Imperiums fallen, als Isabeau endlich den Hauptmann von seinem Ross zerrte und ihm genüsslich einen Arm nach dem anderen abschlug bevor sie sich über ihn beugte und ihre Zähne in seinen Hals schlug, bis seine Beine nicht mehr zuckten.

Gwyddis war nach wie vor mit dem Kampf gegen den Priester beschäftigt, der aber nun auch aus mehreren Wunden blutete und beim Anblick des sterbenden Kameraden und des Gemetzels um ihn herum letztlich die Nerven verlor und zur Flucht ansetzte. Doch die Slayerin wollte ihn nicht entkommen lassen, sobald der Priester seine Aufmerksamkeit von ihr abgewandt hatte kehrte ihre Kraft mit einem Schlag zurück und blitzschnell rotierte sie einmal um die eigene Achse und schlug dem Ross des Priesters in einem großen Bogen mit der Axt einen Hinterlauf ab.

Das Tier wollte sich vor Schmerz aufbäumen, doch konnte es auf einem Bein nicht stehen und fiel zur Seite um, der Priester konnte zwar verhindern unter dem Leib des Pferdes und seiner Rüstung begraben zu werden doch die Zwergin stand schon mit einem Fuß auf seiner Brust. Grinsend sagte sie: „Wie versprochen!“, holte mit der Axt aus und schlug dem Mann so zwischen die Beine, dass die Axt erst unter seinem Kinn wieder heraus trat.

Das war zu viel für die ohne hin schon panischen Imperialen. Sie gaben den Kampf ganz auf und zogen sich unkoordiniert in die Wälder zurück.
Tzaantras kam aus dem südlichsten Teil des Schlachtfeldes zurück und konnte berichten, dass die Imperialen keine Gefahr mehr darstellten und das Luminarum wunschgemäß zerstört worden war.

Die Schlacht war geschlagen, sie hatten gesiegt, aber sie hatten keine Streitmacht mehr. Alle Truppen, die sie in den Wald geführt hatten waren von den Truppen des Imperiums ausgelöscht worden…

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17 Jan, 2019 11:02 49 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
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Nächtliches Vorspiel

Elisabeth von Ehrengrad lag ausgestreckt auf einem Divan, ihren Kopf mit dem glatten langen Haar auf weiche, seidenbezogene Kissen gebettet und blickte von ihrem Balkon auf die Stadt unter sich herab. Ihr athletischer Körper wurde dabei nur an ausgewählten Stellen mit dünner schwarzer Seide bedeckt und selbst auf diesen hätte sie in der warmen Nachtluft gerne verzichtet. Doch sie genoss es einfach wie der leichte Stoff um ihre langen Beine strich.

Eine Zofe trat aus einer Nische und reichte ihr einen verzierten goldenen Becher, der mit einer dicken, dunkelroten Flüssigkeit gefüllt war. Sie nahm einen tiefen Zug aus dem Becher. Wegen ihrer langen Fangzähne konnte legte sie den Becherrand nur leicht an die roten Lippen und der noch warme Lebenssaft floss ihr zu beiden Seiten an den Mundwinkeln über das Kinn und den Hals herab. Auch dieses Gefühl genoss sie. Ihre gesamte Existenz war in den letzten 40 Jahren ein einziger dekadenter Genuss gewesen. Wenn alles sich weiter nach ihrem Plan entwickelte würde sie bald sogar noch mehr Grund zur Zufriedenheit haben, denn dann würde sie noch vor Ende des Jahres die Herrscherin aller Lahmia entthront und ersetzt haben.

Nur SIE könnte mich dabei noch stören… Aber eigentlich hat SIE sich nie in die Intrigen und Ränke des Hofes eingemischt. Dennoch ist ihre bloße Präsenz verstörend. Hoffentlich verrottet sie irgendwo in der Nehekarischen Wüste…

Das diese Person aus der Wüste zurückkehrte war unwahrscheinlich. Sie selbst hatte dafür gesorgt, dass das Grab, zu dem Sophie de Laspoir aufgebrochen war, bestens verteidigt würde und gleichzeitig das Artefakt fortschaffen lassen, welches sie dort zu finden gehofft hatte.
Mögen deine Knochen in der Wüstensonne bleichen…

Sie hörte Schritte auf der Treppe, die zu ihrem Turmgemach führte. Einer ihrer sterblichen Diener war auf dem Weg zu ihr. Sie hasste es, wenn diese speichelleckenden Blutspender ihre Ruhe störten. Daher ließ sie ihn lange warten bevor sie einer Zofe bedeutete ihn vor zu lassen.
Der Mann war hager und blass, wäre aber in den meisten Teilen der alten Welt durchaus als Frauenschwarm durch gegangen.

Hochgewachsen, schlank und filigrane Aristokratische Züge, kein Bart und Schulterlanges pechschwarzes Haar, gepaart mit seiner blassen Haut, ließen Frauen bei Hofe und in der Stadt mit angehaltenem Atem hinter ihm her blicken, wenn er sich zeigte.

Doch für Elisabeth war er im besten Fall ein Spielzeug, die meiste Zeit lediglich ein Imbiss. Doch der Blutsklave verwechselte es natürlich mit wahrer Liebe und würde alles für sie tun. Weniger erwartete sie auch nicht.

„Matthias, warum störst du mich, wenn ich den Mond betrachte? Ich hoffe Du hast einen wirklich guten Grund“, sprach sie mit honigsüßer, aber strenger Stimme ohne sich zu ihm um zu drehen. Sie wusste, dass er es besonders mochte, wenn sie so sprach und sie liebte es ihn in seinem Verlangen kochen zu lassen. Sie wusste auch, dass seine Blicke an ihren Kurven klebten. Sollte sie sich umdrehen, würde er aber sogleich den Blick senken, da er wusste, dass es ihn sonst leicht sein Augenlicht kosten würde. Männer…

„Herrin, ich habe Nachricht von einem Informanten aus der Garnison des Axtschartenpasses erhalten.“

„Na und? Was interessiert mich die bretonische Grenze?“ War er wirklich so dumm ihren Zorn zu riskieren ob einer banalen Information über eine Landesgrenze, welche sie noch weniger interessierte als sein Wohlergehen?

„Ihr sagtet, es gäbe eine Information, die euch und nur euch, augenblicklich zugetragen werden solle, sobald eine bestimmte Person in das Imperium zurückkehrt…“

Ein Ruck durchlief Elisabeths Körper. Vor Schreck ließ sie den Becher fallen und das Blut spritzte über den polierten, weißen Marmorboden. Abrupt drehte sie sich um und starrte dem erschrockenen Mann ins Gesicht.

„Rede! Und beeil dich!“ Ihre Stimme war nun alles andere als sanft.

Aufregung und Zorn schwangen darin mit und ihre makellosen Gesichtszüge waren vor Wut verzerrt, ihre Augen weit aufgerissen.
Der Mann brauchte einen Moment sich zu fassen, bemerkte dann, dass er seine Herrin anstarrte und blickte sofort pflichtbewusst zu Boden bevor er antwortete:

„Vor zwei Nächten traf eine große Streitmacht aus Untoten aus Bretonia ein. Sie führte das Banner der Laspoir.“ Elisabeth ließ sich von ihrem Divan gleiten und ging langsam auf den Mann zu. Sie konnte hören wie sein Atem unregelmäßig ging und sein Herzschlag sich beschleunigte. Doch er sprach weiter, die Augen fest auf dem Boden vor seinen Füßen fixiert:

„Zufällig lagerte in Helmturm eine Streitmacht, die eigentlich nach Norden, zur Bronzefestung, verlegt werden sollte. Als die Untoten bemerkt worden waren, wurde die Streitmacht unter Befehl von Großmeister Helmut von Fering ausgesandt sie zu stellen.“

Sie stand nun so dicht vor ihm, dass sein Blick von ihrem Dekolleté unterbrochen wurde. Sein heißer Atem strich stoßweise über ihre schneeweiße Haut. Ihre linke Hand legte sich hinter seinen Kopf und sie zwang ihn ihr in die Augen zu blicken.

„D-d-die Streitmacht… wurde völlig vernichtet.“

Elisabeth schrie ihren Zorn in einem schrillen Wutkreischen heraus!
Die Wachen vor ihrem Gemach stürzten augenblicklich ins Zimmer, doch von Matthias Halbrich war nur noch ein zerbrochener blutender Haufen Fleisch übrig, der inmitten einer riesigen Blutlache lag.

Die Wachen folgten seinem Beispiel nur Sekundenbruchteile später…

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26 Jan, 2019 21:43 57 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
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Das Attentat

Die Stunden nach dem Kampf gegen die Ritterschwadron des Imperiums verbrachten die Vampire damit die Scherben ihrer Streitmacht zu mustern und aus den zur Verfügung stehenden Ressourcen neue Krieger auferstehen zu lassen, um die Verluste zu ersetzen. Die Leichname der Imperialen Ritter und Demigreifenreiter brachten brauchbaren Ersatz für die vernichteten Verfluchten zustande.
Zum Glück konnten viele der alten Truppen einfach wiedererweckt werden, da sie aufgrund des magischen Kontrollverlusts nur inaktiv geworden waren, aber der Großteil war so stark beschädigt worden, dass ihre Überreste zum Kampf nicht mehr taugten.

Während also die Meisterin und Isabeau ihrem unheiligen Geschäft nachgingen, war Tzaantras unruhig. Etwas bahnte sich an. Er wusste es. Es war deutlich zu spüren, fast wie ein physisches Phänomen. Was auch immer es war, es schwächte seinen Griff über die Winde der Magie. Fast als würde es sich von seiner Magie nähren… Dieser Gedanke beunruhigte ihn sehr, denn es gab nur wenige Kreaturen, die sich durch Schmarotzen an magischen Kräften auszeichneten und ein paar davon waren direkte Diener seines Gottes. Dämonen… Diese Spur konnte er aber prüfen, hier gab es ja massig frisches Blut für ein Ritual.

Also begann er mit Vorbereitungen um seine These zu prüfen. Doch noch bevor er damit beginnen konnte wurde seine Vermutung bereits bestärkt.

„Du bereitest bereits das Ritual vor um das ich dich gerade bitten wollte, wie ich sehe?“

Die Meisterin war aus den Schatten der Bäume hinter ihm aufgetaucht. Das Blut der imperialen klebte noch überall an ihrem Körper.

„Etwas scheint meine Kräfte an zu zapfen. Ich dachte es müsste sich um etwas dämonisches handeln und wollte dich bitten das zu prüfen.“
„Herrin, ich spüre das gleiche. Auch mein Griff über die Winde der Magie ist eingeschränkt und es wird von Stunde zu Stunde schlimmer.“

Sie warf ihm einen scharfen Du-sollst-mich-Sophie-nennen-Blick zu, ging aber nicht weiter darauf ein. Stattdessen rief sie nach Isabeau und Gwyddis. Als die beiden dazu stießen, erklärte sie ihnen ihren Verdacht.
„Ich spüre nichts dergleichen, Meisterin“, war Isabeaus Antwort. Gwyddis hatte bisher ohnehin noch keinen Bezug zur Nekromantie oder irgendwelcher Magie gezeigt, blieb also stumm.
„Das heißt es ist kein globales Phänomen, sondern richtet sich gezielt gegen Tzaantras und mich? Interessant… Jemand richtet eine magische Blockade gegen uns. Nun das schränkt die möglichen Quellen doch drastisch ein. Es muss jemand sein, der von unserer Verbindung weiß.“
„Ihr denkt an SIE, oder? Es muss in jedem Fall jemand vom Hof sein und SIE ist die einzige, der ihr trotz eures geringen Interesses an der Politik des Hofes schon immer ein Dorn im Auge wart. Aber woher sollte sie wissen, dass ihr zurück zu kehren plant?“ Das Bild nahm Gestalt in Tzaantras‘ Geist an. Die blonde Aristokratin, die er oft am Hof von Marienburg gesehen hatte. Elisabeth von Ehrengrad. Groß, schlank, schön, mächtig, intrigant und rücksichtslos. Sie war gefährlich, das hatte er von Anfang an gespürt.

„Sie muss es sein, Tzaantras. Sie ist die einzige die weiß weshalb ich kein Interesse an der Politik habe und leichtfertig genug ist sich mit Kräften ein zu lassen, die uns so schwächen können… Ausgerechnet jetzt. Es ist noch weit bis Marienburg und unsere Truppen sind im besten Fall Ausschuss. Ich muss Vorkehrungen treffen.“

Isabeau musste sich nun also alleine um das weitere Ausheben von Truppen kümmern, während Tzaantras und Gwyddis ihr bei einem komplizierten Ritual assistieren mussten.

Gwyddis musste eine Grube ausheben, denn sie brauchte Lehm. Tzaantras bereitete einen magischen Kanalisierungskreis vor und sie selbst war dabei einen mächtigen Talisman aus dem Kernholz einer Eiche mit magischen Zeichen zu gravieren.

Der Lehm wurde in die Form eines humanoiden Körpers von der Größe eines Mannes geformt und vom Tzaantras mit magischen Flammen gefestigt. Dann stieß die Meisterin den Talisman in die Brust der Puppe und sie legten den Lehmkörper ins Zentrum des Ritualkreises.

„Wir dürfen nicht riskieren die magische Kontrolle über die Truppen zu verlieren. Sollte die Blockade meiner Kräfte schlimmer werden, brauche ich einen Homunkulus, der sie aufrecht erhält.“

„Was habt ihr also vor?“ Die Frage der Zwergin nervte Sophie zwar, aber was sollte sie von jemandem erwarten, dem Magie so fremd war, wie das fliegen…

„Ich erschaffe einen magischen Diener. Mithilfe des Kanalisierungszaubers werde ich den größten Teil meiner magischen Kräfte in diesen hineingeben, wie in ein Gefäß. Dann wird er mittels eines Rituals, bei dem wir Leichenteile der imperialen verwenden zum Leben erweckt und uns als künstlicher Nekromant dienen.“

Gwyddis entlohnte diese Erklärung mit einem beeindruckten Blick ihrer großen Augen. Dann fügte die Meisterin mit einem leichten Lächeln hinzu:

„Es wird entspannend sein nach so langer Zeit einmal nur meine eigenen Bewegungen lenken zu müssen.“

Die beiden Rituale dauerten den Rest der Nacht und noch bis in die Morgendämmerung hinein. Isabeau und Gwyddis beobachteten die Entstehung des Homunkulus‘ aus dem Schutz der Turmruine heraus.

Isabeau hätte wahrscheinlich in der Sonne bleiben können, aber solange sie sich nicht sicher war, ob das Erlebnis in der Grube nach der Schlacht gegen die Necrarch wirklich war oder nur eine Nebenwirkung ihres zweiten Todes, wollte sie ihr Glück nicht auf die Probe stellen. Gwyddis war erst seit ein paar Wochen ein Vampir und konnte der Sonne auf keinen Fall widerstehen. Die Meisterin dagegen konnte, sogar bei Tage in Marienburg umgehen ohne sichtbaren Schaden zu erleiden. Wie alt sie wohl war? Isabeau hatte sich diese Frage schon oft gestellt, doch niemals eine Antwort gefunden. Auf Fragen diesbezüglich hatte die Meisterin niemals reagiert.

„Deine Meisterin ist ´ne harte Nuss. Immer eine Lösung parat. Dass sie so einfach eine dämonische Attacke umgehen kann! Und sie hat es sogar noch vor diesem Tzaantras gemerkt… und der gehört ja quasi zu denen. Kann man ihm trauen? Er gehört zum Chaos!“ Gwyddis wanderte immer wieder zwischen Isabeau und Tzaantras hin und her, der auf seinem Flugdämonen über die Meisterin wachte, die in ihrem Ritual versunken war. Ihr Blick wechselte dabei immer von besorgt zu misstrauisch.

„Tzaantras ist seit Jahrhunderten der engste Verbündete der Meisterin. Das Band das die beiden verbindet ist unvorstellbar stark. Sie vertraut ihm und er hat sie vor den Necrarch gerettet. Und sie ist nicht nur meine Meisterin, sondern auch deine!“

„Du hast mich zum Vampir gemacht, Süße. Ich kann zwar ab und zu die Stimme deiner Meisterin in meinem Kopf hören, aber dich spüre ich ununterbrochen. Und das liegt nicht nur daran, dass ich auch vor dem Biss schon… du weißt schon. Wenn überhaupt jemand, dann bist Du meine Meisterin und keine Hierarchie und kein höfisches Getue werden das ändern!“ Bei den letzten Worten verschränkte sie die muskulösen Arme vor der Brust. Ein sicheres Zeichen dafür, dass sie diese Diskussion als erledigt betrachtete.

Das wird noch Probleme machen, fürchtete Isabeau. Gwyddis machte keine Anstalten irgendetwas ihrer zwergischen Sturheit oder ihres Stolzes abzulegen. Und Isabeau war sicher, dass sie der Meisterin nur folgte, weil Isabeau es wollte.

„Ich wollte dir das nicht antun, aber ich wollte dich auch nicht verlieren. Und bisher scheint es dir gar nicht so schlecht zu gefallen“, neckte sie die Slayerin.

„Stimmt es schmeichelt einigen meiner Vorzüge“, grinste Gwyddis breit zurück und Isabeau spürte bereits eine ihrer breiten Hände an der Innenseite ihres Oberschenkels herauf streicheln.
„Ist es schon wieder so weit?“

„Wenn es nach mir geht, ist es immer so weit. Also sieh zu, dass diese Klamotten, die versuchen meinen Blick auf deine Reize einzuschränken, verschwinden, sonst könnten sie es bereuen und dann müsstest du die Reise nach Marienburg wohl nackt zurücklegen!“

„Ich dachte eigentlich du hättest mehr Spaß daran, das selbst auf zu schnüren?“

Sie drehte sich um und schlenderte tiefer in die Schatten des Turmes, betont mit der Hüfte wackelnd und die Slayerin war nur eine Handbreit hinter ihr und begann schon im Gehen damit die Korsage zu öffnen, wohl mit dem Mund, denn die Hände lagen bereits auf Isabeaus Oberschenkeln…

Aus dem Augenwinkel sah sie noch die beiden Mädchen im Turm verschwinden. Der Tag würde wieder laut werden…

Aber der Homunkulus war fertig. Endlich. Die Aufgehende Sonne und das beständige Schwinden ihrer magischen Kräfte hatten es zunehmend schwerer gemacht die Kontrolle aufrecht zu erhalten.
Das Ritual, die eigenen Kräfte in den Golem zu kanalisieren, war ohnehin schwieriger je weiter man zum Ende kam, da man selbst immer weniger Magie für sich selbst übrighatte. Doch nun war sie zufrieden mit ihrem Werk. Der künstliche Nekromant war einsatzbereit und genau wie sie vermutet hatte, wurde er nicht von der Blockade betroffen. Die Magie ist eben jetzt in einem anderen Gefäß, da nützt es nichts mehr, mir einen Riegel vor zu schieben.

Ihre neue Marionette begann selbstständig damit sich aus den Lumpen der erschlagenen Soldaten und der zerstörten Untoten, die noch herumlagen Kleidung zu sammeln. Als er fertig war, konnte man ihn nicht von einem lebenden Nekromanten unterscheiden. Sie sollte sich noch einen Namen für ihn ausdenken. Aber das hatte Zeit bis sie in der Stadt waren.

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26 Jan, 2019 21:44 30 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
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Was sie allerdings sehr beunruhigte, war, dass Tzaantras während des Rituals völlig die Fähigkeit Magie zu wirken eingebüßt hatte. Der Parasit, der seine Magie aufsaugte war mächtiger als der Hexer selbst. Aber Tzaantras war auch ohne seine Magie ein mächtiger Krieger, das würde reichen müssen, bis sie etwas gegen den Bann unternehmen konnte.

Ein Lichtstrahl fiel auf die ungeschützte Haut ihres Gesichts und berührte die entstellte Haut ihrer Narbe. Dass das Tageslicht sie in Lebensgefahr brachte hatte sie lange hinter sich gelassen, trotzdem war es unangenehm und sie spürte wie eine Ermattung einsetzte als wäre sie zu Lebzeiten zu lange wach geblieben.

Sie erhob sich aus ihrem Schneidersitz und begab sich ebenfalls zum Unterschlupf. Tzaantras folgte ihr und schickte Selthanzar in den Warp zurück, als sie beide den Turm betraten.

Was es hier jemals an Wissen und Wertgegenständen gegeben haben mochte war lange verschwunden. Gestohlen oder verrottet. Übrig waren nur ein paar wenige Möbel geblieben. In den späten Stunden der Nacht war auch die Nachhut der Vampirarmee eingetroffen, welche die Särge der beiden Lahmia transportiert hatte. Den Tag in ihrem eigenen Sarg zu verbringen würde ihr guttun. Sie war erschöpft.

Tzaantras hatte, nachdem seine Magie versiegt war, die Überreste der Imperialen nach einer geeigneteren Waffe durchsucht und sich einen schweren Flegel ausgewählt. Seinen Zauberstab trug er nun nur noch auf dem Rücken. Das Gewicht der schweren Waffe gab ihm wohl mehr Sicherheit, als das nutzlose Instrument, das Kräfte kanalisierte, die er im Moment nicht nutzen konnte.

Insgesamt hatten sie die Reste der Menschen gut ausgeschlachtet und waren beinahe wieder Kampffähig. Sie hatten sogar aus den Resten des Luminarums, die sie im Wald gefunden hatten einen recht robusten Streitwagen improvisiert. Das einzige was ihr sorgen machte, war dass sie keinerlei Geister oder Gespenster mehr in ihren Reihen hatte… Sich ausschließlich auf Skelette und Verfluchte zu verlassen, behagte ihr nicht.

Nun würde sie aber erstmal Ruhe brauchen. Dank des Treibens von Isabeau und Gwyddis – vor allem dank Gwyddis‘ Lustgeschrei… – dauerte es aber einige Stunden bis sie diese auch bekam.

Die folgenden zwei Nächte kamen sie ganz gut voran und konnten etliche Meilen hinter sich bringen. Bis zum Beginn der dritten Nacht nach der Schlacht gegen das Imperium gab es keinerlei Zwischenfälle, doch dann begann sich der Wald um sie herum zunehmend zu verändern. Die Bäume und Büsche verloren Blätter, obwohl es nicht Herbst war und die Rinde war vom Schwamm befallen. Der Boden fühlte sich unnatürlich an und die Luft um sie herum vibrierte von magischen Schwingungen je tiefer sie vordrangen.

Schließlich bedurfte es nicht mehr solch subtiler Hinweise der Umgebung um ihren Feind an zu kündigen. Es lag ein unglaublich starker Fäulnisgestank in der Luft und als sie eine große Lichtung tief im Reikwald erreichten stand ihnen die Quelle des Gestanks in voller Schlachtformation gegenüber.

Dämonen! Eine solche starke Manifestation der Mächte des Immateriums hatte sie so tief im Imperium nicht erwartet. Es handelte sich um eine gemischte Streitmacht mehrerer Chaosgötter, was ungewöhnlich genug war. Doch auch als sie ihren Weg auf die Lichtung fortsetzten blieben die Dämonen in ihrer Formation und verhielten sich ruhig, bis auf die Zerfleischer des Khorne, die ihnen bereits Herausforderungen entgegen schrien, aber von ihrem Herold, der einen massiven gepanzerten Moloch aus den Warpschmieden ritt, im Zaum gehalten wurden.

Den Hauptteil der Streitmacht bildeten allerdings Dämonen des Nurgle und des Tzeentch. Nurgles Diener waren durch eine große Rotte Seuchenhüter und etliche Schleimbestien vertreten, während Tzeentch ihnen Geflügelte Dämonen und Gruppen von Horrors entgegenstellte.
Sophie gab ihrem Homunkulus den Befehl die Truppen zur Schlacht bereit zu machen und während die Regimenter sich auf der Lichtung verteilten gab sich endlich auch der Anführer des feindlichen Heeres die Ehre…

Aus dem Himmel über ihnen senkte sich mit langsamen schweren Flügelschlägen eine große vogelähnliche Kreatur herab und landete schließlich schwer in Mitten der Lichtung.

Der Herrscher des Wandels war riesig und seine Schwingen schimmerten in allen Farben. Sein Vogelkopf prangte am Ende eines langen dürren Halses und sein humanoider Leib war schlank und wirkte zerbrechlich, doch hielt er seinen Stab, der die Länge eines Baumes hatte, locker in einer Hand und seine Klauenartigen Füße gruben sich bei der Landung tief in den Boden.

„Ich denke wir haben den Magieparasiten gefunden, Tzaantras.“
Die Meisterin musterte die Aufstellung des Feindes und das Schlachtfeld.

Die linke Flanke der Dämonen hielten die irren Zerfleischer, die am liebsten gleich auf die Untoten losgestürmt wären, doch ihr Anführer erhielt die Ordnung aufrecht. Daneben flatterten einige Furien, hinter ihnen lauerte eine Einheit aus rosa Horrors. Das Zentrum bildeten die Dämonen des Nurgle. Schleimbestien in einer großen Herde neben einer Horde Seuchenhüter, die ebenfalls von einem Herold mit einer riesigen von Verwesung und Fäulnis gezeichneten Standarte angeführt wurden. Die rechte Flanke bildeten weitere Furien, Horrors und eine einzelne Schleimbestie, die sich im Unterholz verbarg, aber dein Gestank verrät dich trotzdem…

Der Herrscher des Wandels schrie etwas in einer Sprache, die Sophie nicht kannte, aber Tzaantras rief daraufhin Selthanzar aus dem Warp, sprang auf und ließ die Flammen um seine Rüstung und aus seinem Körper schlagen. Er machte sich bereit zum Gefecht.

Der Dämon nahm dies zum Zeichen, dass es los ginge und beförderte seinen schweren Leib mit einem einzigen mächtigen Flügelschlag hinter die Formation aus Nurgledämonen.

Die Schlacht begann.

Die Meisterin, Isabeau und Gwyddis schlossen sich den Verfluchten an, die hinter einer großen Felsformation in Deckung gegangen waren, flankiert von den beiden Skeletthorden. Todeswölfe und Vampirfledermäuse würden als Schilde vor ihnen warten und sich dem vorrückenden Feind entgegenwerfen, um Scharmützel zu provozieren und Tzaantras zischte auf Selthanzar auf die rechte Flanke davon. Der Homunkulus war in der Skeletteinheit zu ihrer linken untergetaucht. Der improvisierte Streitwagen und ein Rudel Todeswölfe begleiteten Tzaantras auf der Flanke und schon kamen die Dämonen auf sie zu.
Die Meisterin konnte zunächst nur beobachten was um sie herum vorging, denn hinter ihrer Felsformation, war sie zwar gut geschützt aber auch nicht in der Lage einzugreifen. Tzaantras und seine Flankentruppe zogen in einem weiten Bogen auf den Wald mit der versteckten Bestie und den Horrors zu, der Rest der Truppen rückte nur sehr zaghaft auf die Dämonen vor. Doch der Homunkulus begann gleich damit finstere Stränge der Winde der Magie zusammen zu ziehen und gegen die Dämonen in seiner Reichweite zu entfesseln, der Herrscher des Wandels stemmte sich dagegen und so blieb der Erfolg minimal.
Der Wald reagierte auf die unirdische Präsenz der Dämonen und so konnte sie sehen wie die Bäume des Waldes in den die Zerfleischer vorgerückt waren, mit ihren Ästen und Wurzeln nach den Dämonen schlugen, was zwei der Kreaturen in den Warp zurück trieb. Doch der Rest war unbeeindruckt und setzte seinen Weg fort.

Eine Bande der Furien des Tzeentch erhob sich in die Lüfte und stieß auf die Todeswölfe auf Tzaantras‘ Flanke herab, ein paar der Wölfe gingen zu Boden, doch auch einer der Dämonen wurde zerrissen. Die Schleimbestie brach aus dem Unterholz und hielt ebenfalls auf die Wölfe zu, doch Tzaantras fing sie unterwegs ab und das ehemalige Luminarum krachte unter starken Beschuss durch die Horrors ebenfalls in die Furien und zerschmetterte sie, so dass es mit in die Schleimbestie krachte.
Der Aufprall des Wagens kümmerte die Kreatur nicht, doch die Hiebe von Tzaantras brennendem Flegel zeigten sofort Wirkung und die Kreatur ging mit wenigen Hieben zugrunde.

Der verbliebene Todeswolf, Tzaantras und das angesengte Luminarum orientierten sich wieder zu ihrem ursprünglichen Ziel hinter der Baumgruppe, den Horrors und der Flanke der Seuchenhüter, als der Herrscher des Wandels direkt vor der Deckung der Verfluchten landete und damit begann mächtige Magie gegen die Skelette zu wirken. Die Untoten wurden in surrealen vielfarbigen Flammen gebadet, erlitten aber kaum Verluste. Dafür schienen sie irgendwie zu mutieren. Aber noch bevor die Meisterin der Sache nachgehen konnte schwenkte der große Dämon eine seiner Pranken in ihre Richtung und die Verfluchten erhielten ebenfalls eine Dusche aus Feuer, was vier der Krieger zu Asche verbrannte.

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26 Jan, 2019 21:45 05 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
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Die linke Flanke der anderen Skeletthorde wurde von den anderen Furien bedroht, daher zog sich der Homunkulus ebenfalls in die Sicherheit ihrer Einheit zurück. Die Zerfleischer drohten den Wald zu verlassen und sich auf die Flanke seiner alten Einheit zu werfen, also sandte er ihnen Todeswölfe zur Ablenkung entgegen. Ein Köder den sie schluckten und der ihnen so Zeit erkaufte.

Der Herrscher des Wandels begann derweil mit den Skeletten zu spielen. Er beschoss sie mit seiner Magie und wenn sie sich ihm zuwandten setzte er einfach über sie hinweg und landete in ihrem Rücken. Der Homunkulus ließ sich von dem Dämonen austricksen, aber die Meisterin nicht! Sie ließ die Verfluchten einschwenken, um dem Dämonen in die Flanke zu fallen, zur gleichen Zeit beschworen Isabeau und sie die gefallenen Verfluchten und Skelette wieder herauf und der Homunkulus richtete seinen Geist, der durch die Nähe zu seiner Herrin gestärkt war, direkt gegen den des großen Dämons. Dieser mentale Angriff traf den Dämonen schwer. Die Meisterin kanalisierte ihren Willen direkt in den magischen Schlagabtausch und das brachte der Kreatur schweren Schaden bei, so dass er drohte den Halt in der Materiellen Welt zu verlieren. Er ließ sich zurückfallen, konnte aber nicht mehr entkommen. Als er das bemerkte warf er sich ohne zu zögern in die Flanke der Skeletthorde, doch irgendein glücklicher Hieb eines der toten imperialen musste eine empfindliche Stelle getroffen haben, denn nach einem kurzen Schlagabtausch erschallte ein gequältes Kreischen und der große Dämon wurde aus der Realität zurück in den Warp gerissen!
Tzaantras und sein Gefolge hatten sich derweil zu den Horrors durchgeschlagen und diese vernichtet, doch nun drohten die Seuchenhüter ihnen in die Flanke zu fallen!

Der letzte Todeswolf auf der rechten Flanke wurde zur Ablenkung gegen die Schleimbestienherde geschickt, die ihn einfach niederwalzten ohne ihm große Beachtung zu schenken.

Die Zerfleischer hatten sich auch durch die Wölfe auf der linken Flanke und die Vampirfledermäuse gemetzelt und stießen nun unter großem Geschrei in die Skeletthorde hinein und trieben einen tiefen Keil in die Formation der Untoten.

Die Meisterin und ihre Verfluchten beachteten die Khornegeschöpfe so wenig wie möglich und richteten ihre Aufmerksamkeit stattdessen auf die Herde aus Nurglebestien, die sich auf die Skelette geworfen hatte, welche den großen Dämon erschlagen hatten. Gwyddis und Isabeau packten ihre Waffen und der Ansturm brachte sie in die Flanke der Herde. Der Homunkulus wandte eine Seelenfäule auf die Dämonen an und schwächte sie so. Die drei Vampire mähten sich in einem irren Todestanz durch die schleimigen Monstrositäten. Sie trennten Tentakel ab und zerteilten schneckenartige Leiber. Auch die Skelette und die Verfluchten trieben die Bestien vor sich her und der Nahkampf verkam nach kurzer Zeit zu einem wahllosen Abschlachten und letztlich fielen die Kreaturen unter den andauernden Attacken der Untoten oder zogen sich in den Warp zurück.

Während Isabeau und Gwyddis sich nach dem Gemetzel den ätzenden Schleim von Haut und Kleidern wischten, war die Meisterin mit Ausnahme ihrer Klinge völlig schleimfrei geblieben und suchte das Schlachtfeld nach Tzaantras und der Flankentruppe ab. Das Luminarum lag zerschmettert am Waldrand, die Seuchenhüter hatten es überrannt, doch von Tzaantras konnte sie keine Spur entdecken, bis eine greller Feuerschein auf der linken Flanke von seinem Werk kündete, denn der Krieger war den Nurgledämonen rechtzeitig entkommen und war dazu über gegangen die übrigen Horrors auszulöschen. Das beruhigte sie.
Doch als ihr Blick nach hinten wanderte entdeckte sie die Zerfleischereinheit direkt hinter ihren Verfluchten! Würden diese zum Angriff übergehen, würden sie sich durch die Verfluchten fräsen wie durch Butter. Sie mussten sofort aus deren Reichweite verschwinden!
„Isabeau! Gwyddis! Nach rechts! Sofort!“

Noch während sie das Kommando rief verfielen die Dämonen des Khorne in Trab und machten sich zum Angriff bereit. Isabeau und die Meisterin waren in wenigen Augenblicken aus der Einheit heraus und außerhalb deren Reichweite. Gwyddis war zwar nicht so schnell, aber kurz darauf bei ihnen, doch der Homunkulus war zu plump und schwerfällig. Er stolperte aus der Einheit heraus und diese Gelegenheit nahm der Herold des Khorne sofort war. Er stürmte auf seiner halb mechanischen halb dämonischen Bestie aus seiner Einheit und hielt direkt auf den Nekromanten zu.

Der letzte Befehl des künstlichen Menschen war, dass sich die Verfluchten schnellstmöglich von den Dämonen entfernen sollten, dann war der Herold über ihm und der Moloch rannte ihn so heftig nieder, dass sein Oberkörper am Horn der Kreatur aufgespießt und vom Unterleib abgetrennt wurde.

Die Stählernen Hufe des Dämonen stampften den Körper in den Waldboden, während der Herold den oberen Teil von der Panzerung seines Reittiers pflückte und mit der brennenden Klinge in Stücke hackte.

Die Zerstörung der Puppe setzte die darin enthaltene Magie schlagartig frei und die Druckwelle bremste den Dämonen trotz vollen Galopps aus. Sophie spürte wie im gleichen Moment ihre Kräfte zu ihr zurückkehrten und übernahm sofort die Kontrolle über das Schlachtfeld. Außerdem stürzte sie sich allein auf den benommenen Herold!

Sie war wie ein roter Sturmwind über ihm, trat auf den Kopf des Molochs um an den Reiter heran zu kommen und noch bevor dieser seine brennende Dämonenklinge erhoben hatte, trennte sie ihm den Waffenarm an der Elle ab, packte seinen Hals mit der freien Hand und ließ weitere Hiebe auf seinen unnatürlichen Körper herabregnen. Der Dämonen schien keinerlei Schmerz zu spüren und versuchte selbst als sein halber Brustkorb zerfetzt war noch Sophie mit seiner langen Zunge zu verletzen. Doch die Meisterin war zu agil und zu wütend. Erst als von seinem Materiellen Körper nur noch blutige fetzen übrig waren, riss seine Verbindung mit der Realität ab und er kehrte in den Warp zurück.

Der Moloch fand sein Ende durch Gwyddis Axt, die ihm mit solcher Gewalt seitlich zwischen die Panzerplatten seines Helms getrieben wurden, dass der Schädel in zwei Hälften zerbrach. Dann entwich der dämonische Teil der Kreatur und zurück blieb nur eine dampfende metallene Hülle. Die letzten Furien waren von den Skelettkriegern erledigt worden und die Zerfleischer und Seuchenhüter hatten das Weite gesucht.

Die Schlacht war geschlagen und wieder hatten sie schwere Verluste erlitten. Nur diesmal ohne potentiellen Nachschub, denn von den Dämonen zeugte nur die zerwühlte Erde, die Schleimspuren der Nurglebestien und der erkaltende Kadaver des Molochs im Licht der Monde…

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26 Jan, 2019 21:45 39 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
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