Registrierung Mitgliederliste Administratoren und Moderatoren Suche Häufig gestellte Fragen Zur Startseite

Rhine Toppers - Tabletop am Mittelrhein - Forum » Warhammer » Galerie » Nostalgica - Danieles Lamia Story » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Seiten (3): « vorherige 1 2 [3] Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
Ezze
Halbgott mit Bolter




Dabei seit: 16 Apr, 2016
Beiträge: 1057

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Dann bring es als Taschenbuch raus Augenzwinkern

_______________
Dead Man’s Hand - Warhammer 40K - Kill Team - Shadespire

17 Dec, 2018 00:28 55 Ezze ist offline Email an Ezze senden Beiträge von Ezze suchen Nehmen Sie Ezze in Ihre Freundesliste auf
Daniele
Imperator-Topper




Dabei seit: 09 Mar, 2018
Beiträge: 1116

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Bock hätte ich. Dafür müsste ich aber ALLES nochmal komplett überarbeiten und auch anders schreiben, damit es a) nicht mehr Warhammer wäre, wegen Lizenzrechten und so und b) auch alles so beschrieben wird, dass Nicht-Hobbyisten verstehen oder sich vorstellen können, worum es geht. An den meisten Stellen habe ich damals ja bewusst darauf verzichtet genau das zu tun, weil es forenintern war und alle Leser Warhammerspieler, die mit Begriffen wie "Mutalith-Wandelsbestie" direkt ein Bild im Kopf hatten. Würde ich ein Buch daraus machen, müsste ich dieses abgefahrene Vieh so beschreiben, dass ein normaler Leser, danach weiß was es ist... Das bläht den Text dann wieder riesig auf.

Und soooo geil ist mein Schreibstil auch nicht, dass man das vermarkten könnte.

Ich brauche aber definitiv Gegner, um die "Kampagne" zu Ende zu bringen und die entsprechenden fehlenden Ereignisse zu erarbeiten.

Schließlich ist in der Story alles tatsächlich gespielt worden, was an Schlachten drin vorkommt. Die Geschichtsteile, die nicht Kampfberichte sind, waren eigentlich nur dazu da, die Lücken zwischen den Schlachten zu schließen.
Und auf einmal, war es halt sehr viel ^^

_______________
P250-Progress –

17 Dec, 2018 09:50 57 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
Daniele
Imperator-Topper




Dabei seit: 09 Mar, 2018
Beiträge: 1116

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Wiedergeburt

Die Nacht war jung und klar. Der erste Mond ging gerade erst hinter dem Grauen Gebirge auf und es war keine einzige Wolke am Himmel.
Isabeau rannte. Ihre Schritte mit der unerschöpflichen Kraft und Ausdauer des Vampirismus erfüllt. Sie wusste nicht wohin sie sollte, also rannte sie einfach weg vom Höhleneingang. Als sie herauskam hatte sie gesehen, dass die Zwerge in der Unteren Kammer eine verlorene Schlacht kämpften, die Grünhäute ergossen sich vom Eingang bis ins Tal. Ihre Zahl schien endlos und sie drängten einfach nur immer weiter in den Berg.

Was aus Goda und den Zwergen im Innern würde, kümmerte sie nicht, aber was mit der Zwergin in ihren Armen geschehen sollte war alles woran sie denken konnte. Sie stirbt. Der Tod breitet sich von ihrem Bein durch ihren ganzen Körper aus. Was soll ich tun? Was kann ich tun?

Eigentlich gibt es nur eins was ich tun kann. Aber das wird sie auch töten… in gewisser Weise.

Als sie etwa eine halbe Stunde pausenlos nach Süden über die Berghänge und Zerklüfteten Felsen gerannt war, ging Gwyddis‘ Atem bereits nur noch flach und stoßweise. Der Körper der Zwergin glühte vom Fieber und ihr Bein sah fürchterlich aus.

Sie fand eine weitere Höhle am Fuß des Berges, wo er in die umgebenden Wälder überging und brachte die Slayerin hinein. Die Höhle war tief genug, um vor der Sonne ausreichend Schutz zu bieten. Sie setzte ihre Gefährtin mit dem Rücken zur Wand ab, nahm ihr Gesicht zwischen beide Hände und sprach sie an:
„Gwyddis?“

Die Slayerin reagierte nicht. Ihr Atem kam rasselnd und angestrengt.
„Hey, hörst du mich?“

Keine Antwort.
Sie wird mich hassen, dachte Isabeau. Aber anders kann ich ihr nicht helfen.

Sie setzte sich neben die Slayerin und zog diese dann auf ihren Schoß. Schwer lag die Zwergin auf ihrer Brust, der Kopf zur Seite gesunken, die Haut voller Blut, Schweiß und Schmutz.

„Verzeih mir“, wisperte sie in ihr Ohr, ohne zu wissen ob die Worte gehört wurden. Dann legte sie ihre Arme fest um den Oberkörper ihrer Freundin und küsste ihren Hals. Die Halsschlagader stand deutlich gegen die Haut ab. Dann öffnete sie den Mund soweit sie konnte und trieb ihre Fangzähne in die große, breite Ader und begann damit das Blut der geliebten Zwergin auszusaugen.

Eine Hand hatte sie auf der linken Brust der Zwergin liegen, wo sie ihren Herzschlag spüren konnte und mit jedem Schluck, den sie trank, wurde er schwächer. Ohne das Bewusstsein wieder zu erlangen wurden die Atemzüge der Zwergin immer krampfhafter, ihr Körper sträubte sich gegen das was ihm bevorstand. Gegen den Tod. Die Krämpfe wurden heftiger, die Atmung schnappender bis sich die Zwergin nur noch ein letztes Mal aufbäumte, so stark, dass Isabeau sie fast nicht halten konnte.

Dann lag sie ganz still. Das Herz versuchte noch ein paar Mal Blut durch die Adern zu pumpen, doch es war nichts mehr da. Der kleine Körper war blass wie eine Leinwand, ihre Lippen blau. Isabeau wusste was sie nun tun musste, doch trotzdem konnte sie den Tod der Slayerin nicht ertragen und weinte. Ihr Körper wurde von heftigem Schluchzen geschüttelt und sie konnte nichts dagegen tun.

Warum weine ich? Ich bin tot, ich habe seit Jahrhunderten nicht geweint und ich wusste was ich tue. Was ich noch tun muss! Ihre Gedanken änderten nichts, ihre Seele klagte und ihr Körper spiegelte dies nach außen wieder.

Doch sie zwang sich zur Ruhe. Es dauerte einige Minuten bis sie sich genug gesammelt hatte, dann legte sie die Slayerin auf den Rücken und nahm den Parierdolch zur Hand. Mit der Spitze ritzte sie die Haut ihres Zeigefingers an und begann dann schnell damit magische Runen und Symbole auf den Körper der Zwergin zu zeichnen. Als sie damit fertig war, schnitt sie das tote Fleisch aus dem Bein. Die Wunde war dadurch so groß, dass sie fast die Hälfte des Oberschenkels entfernen musste.
Zuletzt hob sie Gwyddis‘ Kopf an und schnitt sich selbst den Unterarm auf, so dass das Blut der Zwergin, vermischt mit ihrem eigenen in den Mund ihrer Freundin floss. Sie massierte mit der anderen Hand den Hals, damit das Blut in den Körper eindringen konnte. Dann verschloss sie die Wunde mit einer Willensanstrengung und legte die Slayerin sanft wieder auf den Boden.
Sie erhob sich und begann die Anrufung, welche sie die Meisterin gelehrt hatte…

Bei Bugmanns haarigen… mein Schädel! Sie hatte Kopfschmerzen, als hätte sie eine ganze Woche durchgezecht und sich dabei ausschließlich von Bugmanns XXXXX ernährt… Sie konnte kaum die Augen öffnen, es war zu hell! Sie bemerkte zwar, dass sie in einer Höhle auf dem Boden lag und das Licht von irgendwo zu ihrer rechten kam, aber sie konnte die Augen nicht öffnen, es schmerzte schlimmer als alles was sie je erlebt hatte.

Sie versuchte die Hand zu bewegen um ihre Augen ab zu schirmen, aber sie hatte nicht die Kraft dazu.

„Bist du wach?“ Es war Isas Stimme und sie kam von irgendwo links von ihr.

Sie wollte ihr antworten, aber sie konnte nur etwas krächzen was ziemlich entfernt an ein „ja“ erinnerte.

„Du musst noch ruhen, es ist noch zu früh für dich und du bist noch zu geschwächt.“

Geschwächt? Wovon? Dann erinnerte sie sich an die Schlacht in den Tunneln und die Verletzung an dem warpsteinverseuchten Brunnen! Mein Bein, was ist mit meinem Bein?

Der Schock verlieh ihr Kraft genug sich ruckhaft aufzusetzen und die Augen aufzureißen. Der Schmerz war jedoch so groß, dass sie nach einem Moment wieder das Bewusstsein verlor. Doch was sie in diesem Moment sah, war ihr verletztes Bein, die Hose knapp unter dem Schritt abgerissen und so viel Fleisch davon abgeschabt, dass der Knochen sichtbar war. Hätte der Schmerz sie nicht in einen Traumlosen Schlaf geschickt, hätte ihr der Anblick sicher noch für Wochen Alpträume beschert.

Dann war wieder Finsternis und sie wusste nichts.
Als sie das nächste Mal erwachte, war es tiefe Nacht. Sie hörte die Insekten vor der Höhle und konnte die Augen öffnen ohne dass es schmerzte. Sie konnte die Höhlendecke sehen, als wäre es heller Tag, aber da waren keine Schatten, denn es gab keine Lichtquelle. Im Dunkeln sehen zu können war für die Zwergin nichts ungewöhnliches, aber es war anders als sonst. Intensiver? Langsam erinnerte sie sich wieder. Die Schlacht, die Wunde, ihr letztes Erwachen. Hatte sie das wirklich gesehen? Ihr Bein wie aufgefressen? Sie traute sich kaum den Kopf zu heben, um selbst nach zu schauen. Also starrte sie weiter an die Decke. Sie hatte Durst und fühlte sich elend. Wie lange lag sie schon hier? Wo war Isabeau? Sie ließ den Kopf nach links und rechts rollen und sah sich in der Höhle um, doch sie war allein. Ihre Axt lehnte ein paar Schritt außerhalb ihrer Reichweite an der Wand. Sie betastete ihren trockenen Mund mit der Zunge. Ihr Zahnfleisch fühlte sich geschwollen an und pochte. Zusammen mit ihren Kopfschmerzen war es nahezu unerträglich. Sie ließ ihre Zunge über ihre Zähne streichen. Oder wollte es, aber sie blieb am linken Eckzahn hängen… Was zum…? Auch der rechte Eckzahn kam ihr viel zu groß vor. Das muss am Fieber liegen, dachte sie sich. Was stimmt noch alles nicht mit mir? Sie stemmte sich auf die Ellenbogen hoch und zwang sich ihr Bein an zu schauen. Die Hose war genauso zerfetzt wie sie es im „Traum“ gesehen hatte, doch das Bein selbst war unversehrt. Nicht einmal die Wunde, wo sie der Warpstein geschnitten hatte war zu sehen, aber war ihre Haut immer schon so hell gewesen? Moment! Haut? Das Bein war tätowiert gewesen, doch die Tätowierung waren nicht mehr da! Unter Schmerzen richtete sie sich in eine sitzende Haltung auf. Da! Am Unterschenkel und auf ihren Armen waren die Zeichen noch da, aber knapp über dem Knie hörten sie abrupt auf! Was geht hier vor? Sie hörte etwas vom Eingang und als sie sich umsah, stand dort Isabeau. Sie hatte einen prall gefüllten Trinkschlauch in der linken Hand und einen weiteren umgehängt.

„Du bist wach! Hast du Schmerzen? Geht es dir… gut?“ Sie kam näher und kniete sich neben die Slayerin.

„Ich bin nicht sicher. Also mir tut ALLES weh, wenn du es genau wissen willst. Ich habe einen abartigen Geschmack im Mund, als wäre etwas in meinem Rachen gestorben und irgendwelche merkwürdigen Sachen sind mit meinem Körper passiert als ich ohnmächtig war!“

Isabeau sah kein bisschen schockiert aus. Sie streichelte der Zwergin über die Wange.

„Trink das und versuch nicht über den Geschmack nach zu denken. Du hast… viel Blut verloren.“

Gwyddis sah sie misstrauisch an.
„Hast du dich etwa heimlich an mir bedient?“

„Nicht so ganz. Ich konnte dich nicht um Erlaubnis bitten, du lagst im Sterben.“

_______________
P250-Progress –

17 Dec, 2018 11:30 30 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
Daniele
Imperator-Topper




Dabei seit: 09 Mar, 2018
Beiträge: 1116

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

„Mich haut so schnell nichts aus den Latschen. Wie lange sind wir schon hier?“ sie nahm den Schlauch entgegen und da ihr Durst so groß war, setzte sie ihn ohne Zögern an die Lippen und trank gierig einige Schlucke. Es schmeckte metallisch. Aber es schien genau das zu sein, wonach ihr Körper verlangte, die Kopfschmerzen wurden mit jedem Schluck den sie nahm weniger und auch das pochen in ihrem Zahnfleisch wurde erträglicher, ging aber noch nicht weg.

„Was ist da drin? Es schmeckt komisch, aber vertraut. Aber ich komm nicht drauf!“

„Das ist Blut, Gwyddis. Das Blut von Menschen, die hier in der Nähe herum gewandert sind. Das einzige, was du bis zum Ende aller Tage zu dir nehmen kannst.“

„Ha ha.“ Gwyddis erwartete das Isabeau gleich grinsen und „Ätsch!“ sagen würde. Doch sie tat es nicht. Gwyddis roch an der Öffnung des Trinkschlauchs und ließ ein wenig in ihre Handfläche laufen. Es war karmesinrot, es schmeckte metallisch und es roch nach Tod. Blut. Erschrocken ließ die Slayerin den Beutel fallen. Sie öffnete den Mund und betastete ihre Zähne. Sie sind wirklich größer und spitzer und… schärfer.

„Was ist passiert? Was hast du mit mir gemacht?“

Isabeaus Augen konnten den Schmerz nicht verbergen, den ihr der Anblick ihrer Freundin bereitete.

„Ich wusste nichts anderes wie ich dich hätte retten können. Du wärest in meinen Armen gestorben. Die Warpsteinvergiftung… Verzeih mir.“

Isabeau nahm die Hand der Slayerin in ihre beiden Hände, ihre Augen füllten sich mit Tränen und sie begann zu weinen.

Gwyddis war schockiert. Sie wusste nicht wie sie reagieren sollte. Sie hob mit der freien Hand den Trinkschlauch wieder auf bevor sein gesamter Inhalt auf dem Höhlenboden versickerte und nahm testweise noch einen Schluck. Kein guter Ersatz für Bier. Aber ihr Körper schrie förmlich danach. Sie leerte den Schlauch und wischte sich den Mund mit dem Handrücken ab. Isabeau weinte immer noch leise neben ihr. Sie hat mich gerettet. Auf die einzige Art, die ihr zur Verfügung stand.

„Isa?“

Isabeau schniefte, wischte sich die Tränen aus den Augen und schaute sie an.

„Weißt du noch, dass du versprochen hast mir die Möpse zu massieren wenn wir entkommen sind?“

Isabeau nickte, mit einem ziemlich irritierten Gesichtsausdruck. Du siehst gerade aus wie ich mich fühle, Süße.

„Ich denke, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt damit an zu fangen.“

_______________
P250-Progress –

17 Dec, 2018 11:31 13 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
Daniele
Imperator-Topper




Dabei seit: 09 Mar, 2018
Beiträge: 1116

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Wiedersehen

Isabeau stand im Eingang der kleinen Höhle und beobachtete den Waldrand und die Umgebenden Felsen. Sie waren nun die dritte Nacht hier. Gwyddis hatte zu ihrer Überraschung erstaunlich gut verkraftet, dass sie nun eine Untote war und wohl nie mehr zu ihrem Volk zurückkehren konnte.

„Weißt du, als Slayer ist man ohnehin von allen anderen Zwergen abgeschieden. Zu meinem Volk kann ich nur als Leiche ehrenhaft zurückkehren… und wenn man es so sieht, kann ich das jetzt eher als vorher!“

Die Zwergin hatte danach ihr kehliges, derbes Lachen gelacht, als wäre nichts gewesen. Ihre erste Sorge war gewesen, wie sich ihre Körperfunktionen verändert hätten, also hatten sie dies ein paar Stunden lang intensiv ausgetestet und die kleine Höhle mit sehr interessanten Geräuschen gefüllt.

Wie kann man nur so sexbesessen sein? Aber alle „Tests“ waren zu Gwyddis äußerster Zufriedenheit verlaufen, besonders die beträchtlich gesteigerte Ausdauer, die man als Vampir genoss.

Doch nun ruhte sie wieder. Sie war noch sehr geschwächt und hatte noch nicht viel Blut zu trinken bekommen. Das würden sie bald ändern müssen. Sie brauchte noch sehr regelmäßig Nachschub. Der Durst war ein grauenvoller Fluch am Vampirdasein und bis Gwyddis die seelische Kraft haben würde ihm über längere Zeit zu widerstehen, würde es noch Jahre dauern.

Doch Isabeau musste nun den weiteren Verlauf ihrer Reise planen. Sie musste die Meisterin finden, sofern sie noch existierte. Als Isabeau erwacht war, war sie allein auf dem Schlachtfeld gewesen und zu geschwächt um nach Spuren des Verbleibs ihrer Meisterin zu suchen.
Die Meisterin hätte mich aber nicht zurückgelassen, oder? Etwas muss ihr zugestoßen sein. Aber sie hatte niemals jemanden oder etwas gesehen, dass die Meisterin hätte in eine Lage drängen können die ihr Leben bedroht… Jedenfalls war ihr ursprüngliches Reiseziel Marienburg gewesen. Dorthin müsste sie nun zurückkehren um weiteres in Erfahrung zu bringen.

Auf der Suche nach Blut für sich und Gwyddis hatte sie die Umgebung soweit wie es sicher war abgesucht und konnte mit relativer Sicherheit sagen, dass sie sich etwa 10 Meilen nördlich des Axtschartenpasses befanden. Als sie die Bergwand erklommen hatte, konnte sie sehen, dass beim Pass irgendetwas vor sich gegangen war. Die Burg am Eingang des Passes wurde wohl belagert.

Ich sollte einen anderen Weg für uns finden.
Aber weiter nördlich war das Grünhautheer in den Berg vorgedrungen und die Reste der Zwerge waren unterwegs nach Hause, sofern sie entkommen waren. Am einfachsten wäre der Seeweg, aber für einen frischen Vampir wie Gwyddis war das fließende Gewässer eine unangenehme Sache und Heimlichkeit war jetzt oberstes Gebot, wenn sie alleine weiterreisen wollten.

Morgen Nacht sollten wir los. Bis dahin wird sie kräftig genug sein. Isabeau hatte ein kleines Bauerngehöft gefunden. Die Familie dort war ihr zum Opfer gefallen und sie hatte alle Trinkschläuche und Flaschen, die sie ihm Haus gefunden hatte benutzt um das Blut der Menschen und der größeren Tiere aufzufangen. Sie hatte auf dem Rückweg sogar noch einige Kräuter im Wald gefunden, die die Gerinnung verlangsamen würden, so dass sie einigen Proviant für die Reise nach Marienburg hatten. Es wird nicht reichen, aber damit haben wir genug Vorrat, falls wir kein frisches Blut auftreiben können. Gwyddis hatte sich recht schnell daran gewöhnt das Blut aus den Flaschen zu trinken, als wäre es Wasser. Isabeau bewunderte die Zwergin. Sie selbst hatte Monate gebraucht zu akzeptieren was sie geworden war. Zwar hatte sie die Wahl gehabt in Mousillon zu sterben, aber dennoch war ihre Verwandlung sehr schwierig für sie gewesen.

Als sich der Himmel violett zu verfärben begann begab sich Isabeau zum Schutz vor der Sonne in den tieferen Bereich der Höhle, wo die Slayerin schlief. Sie erinnerte sich daran, dass sie nach der Schlacht von Sonnenstrahlen in ihrem Gesicht geweckt worden war und nicht verbrannt war, hatte aber noch nicht den Mut aufgebracht sich bewusst der Sonne auszusetzen. Es reizte sie, aber sie hatte auch große Angst davor. Was auch immer nach der Schlacht mit ihr passiert war, vieles passte nicht zu dem, was sie in ihrer Existenz als Vampir erlebt hatte. Etwas hatte sie verändert und sie musste herausfinden welcher Art diese Veränderung war. Die Vorstellung wieder unter der Sonne wandeln zu können, erschien ihr wie ein Traum. Es war etwas, das Vampiren genauso unmöglich war, wie den Menschen das Fliegen.
Was würde die Meisterin sagen? Auf jeden Fall würde sie antworten haben, da war Isabeau sich sicher. Auf ihr Gesicht, wenn sie Gwyddis sieht, bin ich mal gespannt, dachte Isabeau und musste grinsen.
Als die Abenddämmerung einsetzte, weckte sie die Slayerin mit einem Kuss in den Nacken auf.

„Wir sollten langsam von hier verschwinden. Wie fühlst du dich?“

„Ich denke, wir könnten es probieren. Wirklich sicher kann man nie sein, bis man es versucht hat.“ Die Zwergin stand auf und streckte sich. Nach dem langen Liegen ließ sie erstmal sämtliche Gelenke ordentlich knacken. Dann griff sie ihre Axt und vollführte einige Schwünge.

„Du wirst eine neue Waffe brauchen, denke ich. Gewöhnliche Waffen halten der Kraft eines Vampirs nicht lange stand“, erklärte Isabeau, doch die Zwergin grinste sie nur an.

„Also wenn du eine Zwergenaxt für eine gewöhnliche Waffe hälst, meine Liebe, dann hast du von Waffen einfach keine Ahnung!“ Sie lachte laut.

„Oder hast du dich mit den Klingen, die dir Vargil gemacht hat gegen die Trolle zurückhalten müssen?“

Isabeau betrachtete das Schwert, das der Zwerg „mal eben“ aus einer alten Axt geschmiedet hatte, in einer Höhle ohne richtige Schmiede. Sie hatte recht. Das war die beste Waffe, die Isabeau je geführt hatte und das, obwohl es nur ein Notbehelf aus Sicht des Zwergenschmieds gewesen war.

„Aber die Axt kommt mir jetzt viel zu leicht vor. Ich muss mir etwas mit mehr Wucht besorgen, sobald wir Gelegenheit dazu haben.“
Sie teilten die Trinkschläuche und Flaschen so gut sie konnten zwischen ihnen auf und machten sich auf den Weg, als die Nacht hereingebrochen war. Doch da war immer noch das Problem, welchen Weg sie nehmen sollten. Mit der Belagerung am Axtschartenpass wäre es vielleicht möglich ungesehen an der Festung vorbei zu kommen und sich dann zu zweit ins Imperium durchzuschlagen.

Sie kletterten erst höher am Berghang hinauf, um sich einen Überblick zu verschaffen. Von der Spitze konnten sie aber sehen, dass die Belagerung wohl im Laufe des Tages ein Ende gefunden hatte, denn die Burg war gefallen. Der Wall am Nordende war eingebrochen und es gab überall kleinere Feuer im Umkreis. Doch die Schlacht schien weiter zu toben, denn sie konnte in der Ferne einen Leuchtpunkt ausmachen, der sich schnell bewegte. Was konnte das sein?

„Wir sollten uns das ansehen. Der Pass ist ohnehin für uns die beste Route um ins Imperium zurück zu kommen und was immer da gerade passiert, kann für uns gut oder schlecht sein.“

Die Slayerin stimmte ihr zu und sie machten sich an den Abstieg. Dann folgten sie dem Waldrand nach Süden und mit der Zeit wurde immer klarer, dass eine große Schlacht im Gange sein musste. Sie beschleunigten ihre Schritte und kamen letztlich in Sichtweite der Burg.
Und was sie sahen, war eine Schlacht im Feld zwischen einer Armee von Untoten und einer großen Ogerstreitmacht.

Gwyddis deutete auf die Skeletthorden und fragte dann „Verwandte?“
Isabeau legte die Stirn in Falten und versuchte einen Anhaltspunkt darauf zu finden, wer dort kämpfte. Dann sah sie wie ein riesiges Steinyak aus einer Baumreihe brach und direkte eine schwarze Kutsche zerschmetterte, sein Momentum brachte die Kreatur gefährlich nah an ihr Versteck heran, doch dann drehte es den Kopf und wuchtete seinen Körper wieder zur Schlacht zurück.

Eine weitere Kreatur solcher Größe war dabei am anderen Ende des Schlachtfeldes in die Reihen der Skelettkrieger zu schmettern, doch dann sah sie wieder den fliegenden Feuerball auftauchen und es war ein Krieger auf einem scheibenförmigen, klingenbewehrten Ding, dessen Körper hell und lodernd brannte. Der Krieger stürzte sich aus der Luft auf die Kreatur und verschwand dann wieder aus ihrer Sicht.

„Tzaantras!“, rief Isabeau erregt! „Gwyddis, das war Tzaantras, der Gefährte meiner Meisterin! Sie muss dieses Heer anführen. Wir müssen sofort zu ihr!“

„Ein einfaches ‚ja‘ hätte es auch getan“ grinste die Slayerin und sie machten sich auf den Weg, die kämpfenden Armeen zu umrunden und im Rücken der Vampirarmee aufzutauchen. Während sie über das Feld hetzten sahen sie wie das Donnerhorn von innen heraus in Flammen aufging und kurz darauf das Steinyak in einer riesigen Blutfontäne zusammenbrach. Doch die Untoten hatten ebenfalls schwere Verluste erlitten, überall lagen zersplitterte Knochen und abgebrochene Waffen, wie ein grotesker Teppich über die Ebene verstreut. Dann brüllte eine donnernde, tiefe Ogerstimme etwas in deren merkwürdiger Sprache und das Ogerheer zog sich zur Burg zurück. In der Ferne konnte Isabeau weitere Silhouetten gegen den Feuerschein ausmachen, es rückte wohl Verstärkung an. Doch ein Blick zu ihrer linken zeigte ihr, dass auch die Untoten noch Reserven hatten und diese ebenfalls im Anmarsch waren.

Sie blieben natürlich nicht unentdeckt. Die übrigen Skelettkrieger kamen auf sie zu und schlossen sie in einem Kreis auf Speeren und Klingen ein.

„Wer schleicht sich da an?“, fragte eine verführerische Frauenstimme. Aus dem Kreis der Untoten trat eine große, schlanke, rothaarige Gestalt, über und über mit Blut bespritzt in einer reich verzierten und figurbetonten Rüstung. Ihre Augen waren erfüllt mit einem fahlen Licht.

_______________
P250-Progress –

23 Dec, 2018 18:06 03 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
Daniele
Imperator-Topper




Dabei seit: 09 Mar, 2018
Beiträge: 1116

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

„Meisterin!“ rief Isabeau und lief auf sie zu. Eine Armlänge bevor sie sie erreichen konnte, schnellte der rechte Arm der Meisterin nach oben und der spitze Nagel ihres ausgestreckten Zeigefingers deutete direkt zwischen Isabeaus Augen. Isabeau war abrupt stehen geblieben, als wäre sie am Boden angewachsen, sonst hätte sich der Finger wohl schmerzhaft in ihr Gesicht gebohrt.

„Kind, du vergisst dich!“ Die Stimme der Meisterin war ermahnend und herrisch.

Isabeau blickte sie einen Augenblick verdutzt an, doch als sie den Mund öffnete um etwas zu erwidern zog sie die Meisterin blitzschnell in ihre Arme und hielt sie fest, eine Hand auf ihrem Rücken, die andere fasste sanft hinter ihren Kopf. Und das verdutzte Isabeau noch mehr!
Als die Meisterin sie los ließ schaute sie streng und prüfend und musterte sie von Kopf bis Fuß.

„Ich bin wieder da“, brachte Isabeau zaghaft hervor, konnte ihrer Herrin aber nicht ins Gesicht sehen.

„Bist du es wirklich? Du wirkst… anders. Warum konnte ich dich nicht spüren? Seit der Schlacht im Wald glaubte ich du wärest vernichtet worden! WO warst du so lange und WAS hast du da mitgebracht?“
Gwyddis trat an Isabeaus Seite und musterte ihrerseits die Meisterin mit einem kritischen Blick.

„Ja ich bin es wirklich. Was mit mir passiert ist, weiß ich nicht. Ich glaube, ich bin gestorben… und es war grauenhaft! Aber etwas hat mich zurückgeholt, was weiß ich aber auch nicht genau.“ Isabeau hatte die letzten Tage viel Zeit damit verbracht, sich ihre Begegnung mit der Meisterin auszumalen, aber nun da sie wieder vor ihr stand in ihrer ganzen majestätischen Pracht, war sie so eingeschüchtert, dass sie nicht wusste was sie sagen sollte. Dann deutete sie auf die Slayerin.

„Das ist Gwyddis. Eine Zwergin, die mir mit ihrem Blut das Leben gerettet hat und… eine von uns.“

Gwyddis grinste und zeigte ihre scharfen, weißen Fangzähne. Dann streckte sie die Hand aus und sagte freundlich

„Freut mich!“

Die Meisterin betrachtete sie argwöhnisch. Ihre Augen bohrten sich in die Zwergin und ihre Stirn war in tiefe Falten gelegt.

„Was genau du bist, müssen wir später ermitteln“, sagte sie schließlich zu der Slayerin „Wir sind hier mitten in einer Schlacht und die Oger sind wieder auf dem Vormarsch. Macht euch nützlich!“ Sie drehte sich um und begab sich zurück zum Heer. Dann kam Tzaantras auf seinem Flugdämon herbei gerast und landete neben der Meisterin. Er entdeckte Isabeau und nickte ihr zu, als er sie erkannte, dann sprach er mit der Meisterin.

„Also dich hat sie schon mal wärmer willkommen geheißen als mich, Süße. Komm lass uns Oger abschlachten, ich habe seit Tagen nichts mehr umgebracht!“ Die Zwergin packte Isabeau am Gürtel und zerrte sie hinter sich her auf die Schlachtreihe der Untoten zu.

„Wo stellen wir uns denn bei diesen Jungs am besten dazu?“ Fragte sie und deutete mit dem Daumen auf die aufmarschierten Skelette und Verfluchten um sie herum.

Doch die Antwort bekam sie nicht von Isabeau, sondern von der Meisterin persönlich:
„Ihr beide kommt mit mir. Wir führen die Verfluchten an. Diese Oger sind zäher Abschaum und die letzte Welle hat uns schlimme Verluste beschert. Diesmal müssen sie brechen oder ich fürchte wir kommen in diesem Jahr nicht mehr nach Marienburg.“

Also machten sie sich bereit für die zweite Schlacht am Axtschartenpass. Die Oger, ihrer größeren Bestien und ihrer Kavallerie beraubt hatten sich in mehreren Trupps aufgeteilt. Die große Eisenwansthorde des Tyrannen hatte sich ebenfalls in kleinere Scharen verteil und ihre Anführer führten nun jeweils kleine Trupps an.
Isabeau blickte sich auf dem Schlachtfeld um. Das Gelände war bereits felsig und nur vereinzelt von kleinen Baumgruppen bevölkert, zu ihrer Linken erhob sich das Graue Gebirge und der Zugang zum Pass, an dessen Fuß die Ruine der Burg noch immer rauchte.

Das Heer der Oger hatte sich breit vor ihnen aufgestellt. Die linke Flanke stellten einer große Säbelzahnkatze, eine Gruppe Gnoblars und eine größeren Einheit Ogerbullen mit Waffen, die an kurze Kanonen, die mit allem möglichen Schrott gefüllt waren, erinnerten. Die Bleispucker wurden dabei von einem Ogermagus angeführt, der eine Maske trug und beständig mit Flammen herumspielte. Das Zentrum der Oger bestand aus zwei großen Ogereinheiten, mit einer zahllosen Flut von Gnoblars in ihrer Mitte. Die Meisterin deutete auf einen hühnenhaften Krieger im Zentrum der linken Ogergruppe und erklärte ihnen, dass dies der Anführer sei. Man sieht es ihm an, dachte Isabeau. Der Oger bestand noch mehr als jeder andere Vertreter seines Volkes aus Muskeln und Sehnen, seine Waffe war mindestens 3 Fuß länger als Isabeau selbst und auf seiner Schulter prangte der Kopf einer Kreatur, die groß genug gewesen sein musste um alleine die Last einer Hütte samt Inventar und Einwohnern tragen zu können!

„Rhinoxschubsa nennt er sich und der Schädel stammt wohl von einer solchen Kreatur. Er ist sehr gefährlich!“ die Augen der Meisterin funkelten hasserfüllt als sie ihn betrachtete. Irgendetwas musste in der vorangegangenen Schlacht geschehen sein, dachte Isabeau
Die rechte Flanke wurde von zwei Ogereinheiten mit riesigen Zweihandwaffen und einer weiteren Säbelzahnkatze gehalten. Die größere Einheit, die näher am Zentrum stand wurde gleich von zwei auffälligen Individuen begleitet. Einer trug eine überdimensionierte Standarte, deren Tuch auch als Segel für ein kleines Schiff hätte dienen können, der andere musste einer der berüchtigten Fleischer sein, denn er sah aus wie ein Metzger und hatte einen blutverschmierten Kittel an.
Dann blickte Isabeau über die Truppen der Meisterin. Das Regiment der Verfluchten, dem sie und Gwyddis angeschlossen waren, wurde von zwei großen Horden von Skelettkriegern flankiert. Zu ihrer Rechten trieb sich ein Rudel Todeswölfe herum, sowie eine neue schwarze Kutsche. Sie fragte sich wessen Kadaver wohl darin lag. Tzaantras würde den Vorstoß auf dieser Flanke anführen und schwebte auf seinem Flugdämonen im Schutz eines Waldstückes hinter dem Rest der Streitmacht herum. Direkt hinter den Verfluchten hörte Isabeau das Rasseln von Ketten. Als sie sich umdrehte bemerkte sie, dass sich einige Sensenreiter dort formiert hatten, Höllenfeuer brannte unter ihren Kutten und schien durch ihre Augenhöhlen aus den skelettierten Schädeln.

Auf der linken Flanke hatten sich lediglich einige weitere Todeswölfe zusammengerottet. Ist das etwa schon alles? Damit sollen wir diese Oger schlagen?

Als wolle es ihre Befürchtungen bestätigen, ertönte ein dröhnendes Brüllen aus den hinteren Rängen der Ogerhorde. Dann schob sich ein weiterer hühnenhafter Schatten ins Sichtfeld, als eine gehörnte Kreatur mit dichtem, zotteligem Fell eine irrsinnig Große Kanone auf das Schlachtfeld schleppte.

„Das ist dann wohl so ein Rhinox“, meinte Gwyddis und deutete mit dem Axtkopf auf die Kreatur.
Die Meisterin schien unbeeindruckt, wie immer.

„Ich habe wirklich genug von diesem Land gesehen, um für die nächsten fünfzig Jahre bedient zu sein. Bringen wir es hinter uns und schlagen uns den Weg durch ihre Fratzen frei. Vorwärts!“

Auf die Worte der Meisterin hin setzte sich das Heer der Untoten in Bewegung. Tzaantras, die schwarze Kutsche und das Wolfsrudel vorne weg. Die Sensenreiter verloren keine Zeit und stürmten gleich durch die Verfluchten hindurch und positionierten sich auf dem Hügel vor ihnen. Die körperlose Berührung der gespenstischen Reiter ließ einen Kälteschauer durch ihren Körper fahren, obwohl die Kreaturen scheinbar brannten.

Die Oger verloren ebenfalls keine Zeit und rückten geschlossen gegen ihr Zentrum vor. Das Rhinox wuchtete die Kanone auf seinem Rücken gemäß den gebrüllten Befehlen eines Ogers herum, der sich hinter die Waffe geschnallt hatte und richtete den Lauf auf die heran rauschende Kutsche. Dann folgte ein ohrenbetäubender Knall und das Dach des Gefährts löste sich in einem Regen aus Holzsplittern in Luft auf. Doch die Kutsche fuhr unbeirrbar auf ihr Ziel zu.

Die Sensenreiter ritten los und verschwanden damit aus Isabeaus Sichtfeld. Durch ihre verborgene Position konnte sie nur versuchen die anderen Bestandteile der Armee zu erspüren, aber da sie nicht die Beschwörerin war, fiel es ihr schwer. Die Magie der Meisterin duldete weder Einmischung noch ließ sie sich in die Karten schauen. Doch das Brüllen der Oger und das Lichtspiel vielfarbiger Flammen am Nachthimmel deutete daraufhin, dass Tzaantras seine Magie zum Geschehen beisteuerte.

Dann tauchten nach und nach die geduckten Gestalten der Gnoblars auf dem Hügel auf und sie begannen mit allem möglichen Dreck und Tand auf sie zu werfen. Es war eher nervig, als gefährlich, aber sie konnte sehen, dass in Mitten des Ablenkenden Geschosshagels weitere Gnoblars damit begannen primitive, aber bösartige Fallen, wie Fußeisen und Schlingen auszulegen.

Das würde ihren Vormarsch über den Hügel sicher erschweren. Doch zu ihrer Überraschung gingen die großohrigen Grünhäute kurz darauf mit lautem Gekreisch zum Angriff über! Sie sprangen vom Hügel herunter in die Formation der Verfluchten und hackten mit Steinen und kleinen Messern auf die Gesichter der skelettierten Krieger, während sie krampfhaft versuchten nicht von deren erhobenen Schilden abgeschüttelt zu werden. Einer der Gnoblars schien besonders dreist zu sein. Er hatte ein fettes Hühnerbein im Mund und nutzte eine Blöße der Meisterin, als diese gerade dabei war ein paar seiner Artgenossen zu zerreißen, um unter ihren Rock zu schlüpfen.

Die Meisterin bemerkte es allerdings und alles was Isabeau sah, war wie sie ihr schlankes Bein hob und dann brutal auf den Boden stampfte. Als sie dann weiter durch die Welle der Gnoblars watete, lag der freche Wadenbeißer im Schmutz, ein rundes Loch in seiner Schläfe, das wohl vom Stiefelabsatz der Meisterin stammte.

_______________
P250-Progress –

23 Dec, 2018 18:06 54 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
Daniele
Imperator-Topper




Dabei seit: 09 Mar, 2018
Beiträge: 1116

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Das Handgemenge war sehr kurz und bald darauf standen sie in einem Haufen Kadaver.

In der Zwischenzeit waren allerdings die Eisenwänste mit dem riesigen Banner in die Skeletthorde zu ihrer Rechten geschmettert. Die ersten Skelette wurden dabei mehr unter der Walze aus Leibern zermalmt als erschlagen und auch sonst hatten sie den gepanzerten Ogern und ihren riesigen Waffen nichts entgegen zu setzen.

Die Meisterin wischte sich Hirnreste vom Stiefel und Befahl dann den Verfluchten mit einem stummen Befehl die Eisenwänste anzugreifen. Isabeau machte Gwyddis auf den neuen Feind aufmerksam, die aufgrund ihrer geringen Größe Probleme hatte zwischen den großen, gepanzerten Kriegern mit ihren weiten Gewändern irgendetwas zu erkennen.

Noch bevor sie die Oger erreicht hatten, waren diese mit dem Auslöschen der Skelette fertig und formierten sich neu, um dem Angriff der Untoten Verstärkungen zu begegnen. Kurz vor dem Zusammenstoß löste sich die Meisterin aus der Formation und schnellte auf den Fleischermeister zu. Dieser zog ein riesiges Schlachterbeil aus seinem Gurt und winkte sie mit einer fetten, fleischigen Pranke heran, die groß genug war um damit einen Menschen komplett zu umschließen.
Die Meisterin akzeptierte die Herausforderung zog im Laufen ihr Schwert, duckte sich unter dem Hieb des Riesen hinweg und schlug dann beidhändig von unten nach oben. Die Klinge schnitt dem Oger den Wanst bis unters Kinn auf und sein Kopf wurde von dem Aufprall der Klinge gegen seinen Kiefer brutal nach hinten gerissen. Doch zu Isabeaus Verwunderung tötete ihn das nicht. Stattdessen drehte er den Kopf wieder nach vorne, und schlug nun seinerseits mit lautem Brüllen nach der Meisterin! Sie wich jedem Hieb aus, und wo sie gestanden hatte, schlug der Oger tiefe Furchen in den felsigen Boden. Doch Isabeau hatte nun selbst genügend Ziele, die ihrer Aufmerksamkeit bedurften.

Sie glitt zwischen die Oger und drosch mit ihren beiden zwergischen Waffen nach links und rechts und wo auch immer sie hinzielte, drangen ihre Klingen zwischen Panzerplatten oder schnitten in Gelenke und weiches Fleisch. Gwyddis war weniger subtil, aber nicht weniger tödlich. Ihre Axt schmetterte mit ihrer neuen unheiligen Kraft durch die Waffen und Rüstungen der Oger und hinterließ nur blutige Klüfte im Fleisch. Die Verfluchten arbeiteten sich trotz der Gegenwehr der monströsen Krieger systematisch und eiskalt vorwärts und kein Oger, an dem sie vorbeikamen, überlebte die Begegnung. Still und tödlich gingen sie durch die Reihen der Oger und kamen erst zum Halten als sie den Standartenträger mit seinem Segeltuchbanner erreichten. Dieser Oger war aus anderem Holz geschnitzt und drängte die Soldaten der Meisterin Welle um Welle zurück.

„Gwyddis! Den da!“ Isabeau wartete nicht ab, ob die Slayerin den Hinweis gehört hatte und stürzte sich von rechts auf den Brecher. Doch der begegnete ihrem Angriff indem er ihren Schwertarm aus der Luft griff und sie dann mit seiner Wanstplatte wegrammte.

Der Schlag war so heftig, dass Isabeau mehrere Meter durch die Luft geschleudert wurde und dann hart zwischen den hinteren Rängen der Verfluchten auf den Boden schlug. Im Flug hatte sie aber noch aus dem Augenwinkel sehen können, wie die Meisterin den Fleischer ausweidete und dann noch bevor der leblose Leib des Ogers auf den Boden schlug schon auf den Brecher zustürmte.

Der Aufprall war heftig gewesen benommen lag sie auf dem Rücken und starrte nach oben. Sie wusste nicht wie lange sie so dort lag, doch sah sie wie eine wahre Blutfontäne unter der Armeestandarte der Oger emporstieg und das Banner nur Sekunden später aus ihrem Sichtbereich kippte. Die Meisterin musste den Brecher erledigt haben, dachte sie.

Die Krieger um sie herum änderten die Marschrichtung und stürmten den Hügel hinauf. Dann war Gwyddis bei ihr. Dickes Blut troff aus ihrem Mundwinkel und floss über ihre Haut, ihre Augen funkelten wie im Wahn, aber ihr Gesicht war besorgt.

„Keine Angst mir geht’s gut, ich bin nur etwas benommen.“ Beruhigte sie die Zwergin.

„So wie du weggeflogen bist ist es ein Wunder das dein Gesicht nicht Brei ist, Süße! Na komm lass uns noch ein bisschen in Ogerblut baden!“ Sie ergriff die Hand ihrer Freundin und ließ sich auf die Beine helfen, dann trotteten sie der Verfluchteneinheit hinterher.

Auf dem Hügel angekommen konnten sie sich endlich ein Bild des Schlachtverlaufes machen.

Die Oger waren im weitesten Sinne auf die Einheit des Tyrannen und die Bleispucker reduziert worden. Die Gnoblars waren tot oder geflohen, der Eisenspeier wurde von den Sensenreitern über das Schlachtfeld getrieben und die Eisenwänste waren tot. Doch die Verluste auf ihrer Seite waren ebenfalls schwer gewesen. Beide Skeletthorden waren vernichtet, die Todeswölfe konnte sie ebenfalls nirgends sehen und die schwarze Kutsche nur noch eine Ruine zwischen einigen Ogerleichen.
„Dieser Oger nervt! Es reicht, ich reiße ihm seinen verdammten Schädel von den Schultern!“ Der Zorn der Meisterin ließ ihre Augen blitzen und wutentbrannt Herausforderungen schreiend schritt sie den Hügel herunter.

Trotz des Lärms um ihn herum hörte der Tyrann wohl, ihre Stimme und hob den Kopf um zu schauen woher sie kam. Dann schob er seine Krieger aus dem Weg und stampfte auf die Meisterin zu.

Dieser dreckige Abschaum hatte lange genug gelebt. Den größten Teil der Nacht hatte sie damit verbracht seine Leute abzuschlachten und doch hatte er es geschafft ihrer Armee schreckliche Verluste bei zu bringen. Er hatte die schwarze Kutsche und darin die Überreste ihres Vaters zerstört, den Hexenthron und den Körper ihrer Mutter zerbrochen und letztlich sogar die Kutsche, in der sich die Komtesse hätte regenerieren sollen vernichtet. Sarah und Emelie schwebten über dem Schlachtfeld und klagten bitter, ob des Verlustes, doch Sophie kannte nur die unbändige Wut, die in ihr kochte.
Endlich stand sie vor ihm. Sie würde ihn filetieren…

„Thorgar Rhinoxschubsa, ich fordere dich zum Duell und egal welche Götter du anbetest, sie mögen deiner fetten, abartigen Seele gnädig sein, denn ich werde es nicht sein!“

Doch zu aller erstaunen trat ein Gnoblar in einer geckenhaften Nachahmung der Kleidung eines Dirigenten zwischen sie und den Oger. Die Grünhaut trug einen schwarzen Frack, zerrissene schwarze Hosen und ein dreckiges, wohl einstmals weißes Hemdchen darunter. Eine Hand lag auf seiner Brust, die andere hatte er hinter dem Rücken verschränkt und die riesige Nase so hoch erhoben wie er nur konnte.
Sophie konnte nicht anders als die komische Gestalt unverhohlen anzustarren. Dann räusperte sich der Gnoblar und begann mit quäkender Stimme zu sprechen:

„Hia vor euch steht Thorgar, Rhinoxschubsa un Thronquetscha! Un bei seina Ehrä wird a euer trauri‘es Antlitz von da Erdä feg’n!“
Dann verneigte sich der Gnoblar so tief, dass seine Nase auf den Boden stieß und stakste wieder davon.

Mittlerweile hatten die überlebenden Oger, die Reste der Vampirarmee, sowie Isabeau und ihre Zwergin einen großen Kreis um die beiden Kommandanten geschlossen.

Als der Gnoblar Zwischen den Zuschauern verschwunden war, richtete sie wieder den Blick auf den Giganten vor ihr. Der Oger musste an die zwölf Fuß groß sein, und etwa genauso breit. Aus der Nähe konnte sie sehen, dass sein breiter, nackter Oberkörper von unzähligen Narben in allen Größen und Formen übersät war. Sein feister Wanst wurde von einer großen Stahlplatte in Form eines Totenschädels mit stählernen Stoßzähnen geschützt, seine Arme von massiven, stählernen Armschienen. Auf seiner rechten Schulter prangte der Rhinoxschädel, auf der linken trug er eine Panzerung, an der weitere Trophäen seiner vergangenen Siege zur Schau gestellt waren. Hände, Zähne und Ohren fanden sich dort. Seine Arme waren dick wie Fässer und seine Muskeln prall und sehnig. Sein Kopf war bis auf einen Bart, der von der Nase an beiden Mundwinkel herunterlief und einen Zopf, völlig kahl und sein Kiefer so breit wie ihr Unterarm lang war, mit großen, dicken Hauern, die über seiner Oberlippe herausstanden.

Der Tyrann warf sein Schwert und seine Keule von sich und griff auf seinen Rücken, von wo er eine absurde Waffe zutage förderte, die Aussah wie ein übergroßer Vorschlaghammer, dessen vorderes Ende wie ein Axtblatt zugeschliffen war. Er griff sie mit einer Hand am unteren Ende und mit der anderen knapp unter dem Kopf und machte sich bereit sie einfach über den Haufen zu rennen.

„Oh es wird mir ein Fest sein dich für alles büßen zu lassen was du heute Nacht getan hast, Monster.“

„Hoo, hoo, hoo“, lachte der Tyrann mit einer Stimme, die Klang als käme sie aus einem tiefen Schacht. „Du riechst nach Tod und doch läufst und plapperst du, Winzling. Wer ist hier das Monster?“
Dann legte er den Kopf auf die Brust und stürmte frontal auf sie zu. Sophie rannte ihm furchtlos entgegen und als der Oger ausholte um seine Keule zu schwingen schlug sie mit aller Wucht zu.

Die Waffen krachten mit unmenschlicher Wucht aufeinander, der Lärm war ohrenbetäubend und das grölen und lachen der Oger um sie herum verstummte auf der Stelle. Noch nie hatte ein sterblicher ihren Schlag pariert und sie schaute wohl genauso überrascht wie der Oger vor ihr. Ihre Gesichter so nah beieinander, dass sie sich gegenseitig hätten beißen können. Der Keulenstiel des Ogers war sogar leicht nach innen gebogen, durch den Schlag der Meisterin. Doch konnte keiner von beiden den Druck des anderen überwinden, egal wie sehr sie sich anstrengten.

_______________
P250-Progress –

23 Dec, 2018 18:07 26 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
Daniele
Imperator-Topper




Dabei seit: 09 Mar, 2018
Beiträge: 1116

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Die Muskeln an den Armen des Ogers schwollen noch weiter an und die Adern die darüber liefen waren dick wie Taue und mit einem Ruck konnte er seine Waffe frei reißen, doch dies entblößte seinen Oberkörper und blitzschnell tauchte sie unter seinem Hieb hinweg und schlug ihm ihr Schwert quer über die Brust. Dann stand sie hinter ihm und wo sie Augenblicke zuvor gestanden hatte war nun ein tiefer Krater im Boden, vom Hieb des Tyrannen.

Der Oger brüllte mehr aus Frust, als vor Schmerzen, denn trotz der Kraft mit der sie geschlagen hatte, war die Wunde nicht sehr tief. Wieder holte der Tyrann weit über seinen Kopf mit der Hammeraxt aus und wieder sprang sie auf seine Brust zu, doch diesmal riss er seinen rechten Fuß hoch und sie prallte hart dagegen. Kaum war sie auf den Boden geschlagen, musste sie sich mit aller Kraft wegstoßen, um nicht vom Abwärtshieb getroffen zu werden. Diesmal stieg sie auf den Stiel der Waffe und schlug ihrem Gegner die blanke Faust ins Gesicht, doch dieser drehte kaum den Kopf zur Seite. Stattdessen schnappte er mit seinem breiten Kiefer nach ihrer Hand und sie musste sich wieder von ihm lösen.

Auf diese Art tauschten sie unzählige Attacken und Manöver und egal wie oft, oder wie hart sie den Tyrannen auch traf, er wollte nicht fallen. Doch er konnte sie nicht treffen. Die Vampirin war zu schnell, zu agil und zu erfahren. Sie erahnte alle seine Attacken und wich ihnen aus.
Nach Stunden des auf einander Einprügelns brach schließlich die Waffe des Ogers. Ungläubig starrte der Tyrann auf die Reste seiner Waffe. Er atmete wie ein Blasebalg, sein Körper nass vom Schweiß und seinem eigenen Blut, das aus etlichen kleinen und großen Wunden tropfte.
Die Meisterin schien auch erschöpft zu sein und die Nacht würde auch nicht mehr lange andauern.

Da warf Thorgar Rhinoxschubsa seine unbrauchbare Waffe fort, das Kopfende hinterließ einen tiefen Abdruck wo es auf den Boden schlug. Keuchend schaute er auf seine leeren Fäuste und auf seine Gegnerin. Dann ließ er sich auf den Hosenboden fallen, legte die Arme auf die Knie und sprach:

„Du gewinnst.“ Ungläubig grölten die Oger aus der Menge heraus, doch der Tyrann blieb einfach keuchend sitzen.

Die Meisterin trat vor ihn und blickte dem sitzenden Oger, mit dem sie erst jetzt auf Augenhöhe war, ins Gesicht.

„Ich habe dir doch versprochen, dass du Büßen wirst…“ Sie hob das Schwert und holte zum letzten Schlag aus, da packte sie der Tyrann mit seiner riesigen Hand und zog sie an seine Brust.

Dies geschah so abrupt, dass Sophie ihr Schwert fallen ließ und sich nun im festen Griff des Rhinoxschubsas wiederfand. Doch der lachte nur dröhnend und laut, dass es ihr in den Ohren weh tat!

„Du gefällst mir Winzling! Komm wir heben einen.“ Dann stand der Tyrann auf und die Meisterin entwand sich seinem Griff. Als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte kochte sie vor Wut, holte aus und schlug dem Tyrannen die flache Hand ins Gesicht dass es von den Berghängen wiederhallte! Die Wucht war so groß und der Schlag so unerwartet, dass der Oger sich prompt wieder setzte und nach einer Weile wieder anfing laut zu lachen.

Zu ihrer Überraschung lachten die übrigen Oger genauso, drehte sich um und trotteten zu ihrem Lager zurück. Der Tyrann rappelte sich wieder auf und fasste sich mit der rechten Hand in den Mund, fummelte ein wenig herum und förderte dann einen abgebrochenen Zahn zu Tage. Er spuckte einen Batzen Blut in den Staub und drückte der Meisterin den Zahn in die Hand.

„Das haste dir verdient, hoo, hoo, hoo. Jetzt komm, wir haben Durst!“ Dann drehte er sich um und trottete seinen Leuten hintern.
Isabeau und Gwyddis waren herangekommen.

„Jedenfalls habt ihr gewonnen, Meisterin. Wollen wir das Angebot annehmen? Es wird bald hell und es wäre besser, wenn wir dann in der Burg wären als hier draußen.“

„Ja du hast recht, Mädchen. Heb mein Schwert auf und dann komm.“

Die Zwergin stand dabei und sah aus als wollte sie etwas sagen, aber Sophie war zu erschöpft, um sich mit ihr zu befassen. Das hat Zeit und zumindest war sie eine willkommene Verstärkung im Kampf gegen die Eisenwänste, dachte sie als sie den Ogern folgte. Die Reste ihrer Armee ließ sie in den Schatten der Burgmauern marschieren. Doch sie brauchte nicht laufen. Tzaantras streckte ihr seine gepanzerte Hand entgegen und hob sie dann zu sich auf den Rücken von Selthanzar und sie glitten in Richtung Burg davon.

Im Ogerlager war bereits Stimmung, die zurückgekehrten Krieger erzählten den anderen von ihren Heldentaten und immer wieder deutete jemand auf sie, als sie vorbeiging und die Umstehenden schauten ungläubig drein. Thorgar allerdings blieb nicht im Lager sondern marschierte direkt zur Burg hinauf, die drei Vampirinnen und Tzaantras folgten ihm.

Im Inneren betraten sie die große Halle der Burg, auch hier waren wie überall deutliche Kampfspuren allgegenwärtig, doch wenigstens waren die Fenster mit schweren Vorhängen verhangen. Die Oger hatten die Bier und Wein Vorräte der Burg gefunden und die riesigen Fässer in die Halle gebracht.

Dann begann das Gelage. Die Oger feierten als hätten sie einen großen Sieg errungen und sie waren mittendrin. Keinen der Oger störte es scheinbar. Man brachte ihnen Fleisch und Wein und es war alles in allem eine ausgelassene Stimmung. Dann trat wieder der Gnoblar mit dem Frack auf den Plan und spazierte, die Nase hoch erhoben, über den Tisch bis er vor seinem Herrn stand. Dort verneigte er sich wieder so tief, dass seine Nase die Tischplatte berührte.

Gwyddis, die sich als einzige der Vampire an Bier und Fleisch bediente, konnte bei seinem Anblick nicht mehr an sich halten und prustete vor Lachen los, dass Essensreste und Spucke nur so flogen. Das meiste traf den Gnoblars an der ihr zugewandten Gesichtshälfte…

„Was soll diese Witzfigur überhaupt sein?“
Empört, richtete sich der Gnoblar wieder auf, reckte die Nase senkrecht nach oben und drehte sich von ihr weg.

„Hoo, hoo, hoo! Jetzt hast du ihn beleidigt“, grölte Thorgar und wieder regnete es Spucke und Essensreste auf den Gnoblars. „Das ist Wonk, mein Namensgnoblar! Er merkt sich für mich, wie ich heiße. Das ist sehr praktisch! Los Wonk, stell mich vor!“

Der Gnoblar wischte sich Fleischfetzen und Ogerspucke vom Gesicht, wrang seinen Miniaturfrack aus und erklomm dann die linke Schulter des Tyrannen. Dort nahm er wieder seine vornehme Positur ein und begann mit seiner quäkenden Stimme zu sprechen:

„Hia sitzt, da Meista vonne Donnerbäuche. Tyrann Thorgar Rhinoxschubsa, da große Thronquetscha und Gegenmädchenverliera!“

„Na warte du kleine Made!“ Der letzte Zusatz zu seinem Namen gefiel Thorgar wohl gar nicht, während die Oger an den Tischen sich vor Lachen auf dem Boden wälzten oder auf die Tische schlugen. Gwyddis konnte das gut nachempfinden und fiel mit ein.

Der Tyrann allerdings packte den Gnoblar mit der rechten Hand. Seine Faust war so riesig, dass von der Grünhaut nur noch der Kopf oben herausschaute. Dann drückte Thorgar so fest zu, dass nach einem lauten Knacken der Knochen nur noch ein feuchtes „Plopp“ zu hören war und der Kopf des Gnoblars von seinem Hals geschossen wurde. In hohem Bogen trudelte er durch die Luft bis er im Krug eines Ogers am Nachbartisch landete. Dieser dachte, sein Nebenmann habe sein Bier verschüttet und schlug ihm eine Faust ins Gesicht. Daraus resultierte dann eine ordentliche Schlägerei bis letztlich alle Oger, außer dem Tyrann endlich an ihren Plätzen oder sonst wo in der Halle eingeschlafen oder ohnmächtig waren.

Dann wandte sich der Tyrann wieder den Vampiren zu:

„Die Schmach die du mir heute zugefügt hast, werde ich niemals vergessen. Ich werde mir einen neuen Namen machen müssen! Aber genauso wenig wird Thorgar Rhinoxschubsa oder ein anderer Oger der Donnerbäuche jemals deine Fähigkeiten auf dem Schlachtfeld vergessen. Das Schwöre ich!“

„Welch eine… Ehre?“ entgegnete die Meisterin, sah aber weniger geehrt aus. Eher unangenehm berührt.

„Hoo, hoo, hoo! Ja so ist es! Und deshalb kannst du dich darauf verlassen, dass euch niemand den Pass herauf folgen wird. Zumindest bis zum nächsten Vollmond des ersten Mondes. Und solltest du jemals jemanden fürs Grobe brauchen, such Thorgar und Thorgar wird kommen und deine Feinde zerquetschen.“

Bei Anbruch der Nacht machten sie sich dann endlich auf, Bretonia den
Rücken zu kehren.

Auf nach Marienburg!

_______________
P250-Progress –

23 Dec, 2018 18:08 01 Daniele ist offline Email an Daniele senden Beiträge von Daniele suchen Nehmen Sie Daniele in Ihre Freundesliste auf
Seiten (3): « vorherige 1 2 [3]  
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Gehe zu:
Rhine Toppers - Tabletop am Mittelrhein - Forum » Warhammer » Galerie » Nostalgica - Danieles Lamia Story » Hallo Gast [anmelden|registrieren]

radiosunlight.de Geblockte Angriffe: 837 | prof. Blocks: 164 | Spy-/Malware: 6
CT Security System lite v3.0.4: © 2006 Frank John & cback.de
Impressum | Datenschutzerklärung Impressum

Powered by Burning Board Lite 1.0.2pl3 © 2001-2007 WoltLab GmbH